30 Aka­de­mi­ke­rin­nen und Aka­de­mi­ker ver­ur­tei­len Rake­ten­an­grif­fe der NATO auf Syri­en

Der wis­sen­schaft­li­che Bei­rat von attac Deutsch­land hat die NATO-Rake­ten­an­grif­fe auf Zie­le in Syri­en und die pas­si­ve Zustim­mung der Bun­des­re­gie­rung auf das Schärfs­te ver­ur­teilt. Gift­gas­ein­sät­ze sei­en ein Kriegs­ver­bre­chen und dem­zu­fol­ge vor dem Haa­ger Tri­bu­nal zu ver­han­deln. Jed­we­de krie­ge­ri­sche Hand­lung  auf Grund von Mut­ma­ßun­gen durch einen Staat oder ein Bünd­nis von Staa­ten stell­ten aber wie­der­um selbst  ein Kriegs­ver­bre­chen da, heißt es im Text wei­ter. Unter­zeich­net ist die Pro­test­no­te von 30 poli­tisch enga­gier­ten Wissenschaftler*innen, dar­un­ter (MdB) Prof. Dr. Micha­el Brie, Prof. Dr. Nor­man Paech oder  Prof. Dr. Peter Herr­mann.

 

Ori­gi­nal - Text des Pro­test­schrei­bens

 

Wir ver­ur­tei­len die Aus­wei­tung der ver­bre­che­ri­schen Kriegs­po­li­tik von USA, Groß­bri­tan­ni­en und Frank­reich auf dem syri­schen Ter­ri­to­ri­um mit Zustim­mung der Bun­des­kanz­le­rin

Die mas­si­ve Schuld­zu­wei­sung der USA und ihrer Ver­bün­de­ten an die Adres­se der syri­schen und rus­si­schen Prä­si­den­ten Assad und Putin nach dem mut­maß­li­chen Gift­gas­ein­satz im syri­schen Duma sowie die jüngs­ten Mili­tär­ein­sät­ze, ver­bun­den mit der Kriegs­dro­hung des US-Prä­si­den­ten Trump gegen Russ­land erwe­cken den Ein­druck einer von lan­ger Hand geplan­ten Insze­nie­rung zur Vor­be­rei­tung eines in letz­ter Kon­se­quenz gegen Russ­land gerich­te­ten Krie­ges, der in einen unkon­trol­lier­ba­ren glo­ba­len Flä­chen­brand ein­zu­mün­den droht.

Wir sind äußerst empört und besorgt über den ver­ant­wor­tungs­lo­sen Umgang nicht zuletzt der Bun­des­re­gie­rung ange­sichts ihrer leicht­fer­ti­gen Unter­stüt­zung der Posi­ti­on der Regie­run­gen in Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich und den USA. Anstatt auf die­se mäßi­gend Ein­fluss zu neh­men, gießt sie Öl in das Feu­er.

Wir erklä­ren: Gift­gas­ein­sät­ze sind Kriegs­ver­bre­chen. Die­se müs­sen vor dem Haa­ger Tri­bu­nal mit ent­spre­chen­den Kon­se­quen­zen ver­han­delt wer­den. Jed­we­de krie­ge­ri­sche Hand­lun­gen auf Grund von Mut­ma­ßun­gen durch einen Staat oder ein Bünd­nis von Staa­ten stel­len selbst ein Kriegs­ver­bre­chen dar. Sie gehö­ren eben­falls vor das UN-Kriegs­ver­bre­cher-Tri­bu­nal.

Wir ver­ur­tei­len die Hal­tung der deut­schen Bun­des­re­gie­rung im aktu­el­len Kon­flikt:

 

- Es ist poli­tisch unver­ant­wort­lich, dass die Bun­des­kanz­le­rin und der Außen­mi­nis­ter sich im Skri­pal-Fall die Schuld­zu­wei­sun­gen der bri­ti­schen Regie­rung gegen Russ­land zu eigen gemacht haben.

- Es ist ein Skan­dal, wenn der Vor­sit­zen­de des Aus­wär­ti­gen Aus­schus­ses im Bun­des­tag, Nor­bert Rött­gen, öffent­lich und bis­her unwi­der­spro­chen kund­tut, dass „Unschulds­ver­mu­tung und recht­staat­li­che Ver­fah­ren nur für inner­staat­li­che Straf­ver­fah­ren“ gel­ten und die Über­tra­gung rechts­staat­li­cher Grund­sät­ze auf inter­na­tio­na­le Bezie­hun­gen wirk­lich Unsinn“ sei. Herr Rött­gen wirft damit sämt­li­che auf Grund der Nazi-Kriegs­ver­bre­chen ent­wi­ckel­ten UN-Regeln, -Ver­fah­ren und -Insti­tu­tio­nen, wie den Haa­ger Gerichts­hof und die Men­schen­recht­kon­ven­ti­on, ja das Völ­ker­recht ins­ge­samt, über Bord.

- Es ist nicht nach­voll­zieh­bar, wenn Frau Mer­kel sich fak­tisch hin­ter Trump, den unbe­re­chen­ba­ren US-Prä­si­den­ten, stellt und behaup­tet, „die Evi­denz, dass dort Che­mie­waf­fen ein­ge­setzt wur­den," sei "sehr, sehr klar und sehr deut­lich", um dann indi­rekt Assad und Putin für den angeb­li­chen Gift­gas­ein­satz in Syri­en ver­ant­wort­lich zu machen. Es ist nicht hin­nehm­bar, dass sie die Mit­wir­kung der Bun­des­re­pu­blik an einem völ­ker­rechts­wid­ri­gen Angriffs­krieg ankün­digt.

- Wir ver­lan­gen von der Bun­des­re­gie­rung, sich von der Poli­tik der Regie­run­gen in Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich und den USA, die den Welt­frie­den aufs Äußers­te bedro­hen, klar zu distan­zie­ren und deut­sche AWACS-Flug­zeu­ge im Rah­men der US-geführ­ten „Anti-IS-Alli­anz“ sofort zurück­zu­be­or­dern.

- Wir for­dern die Bun­des­re­gie­rung und das deut­sche Par­la­ment ein­dring­lich auf, die Rüs­tungs­aus­ga­ben unter kei­nen Umstän­den zu erhö­hen und dar­auf hin­zu­wir­ken, dass der NATO-Beschluss zu ihrer Erhö­hung auf zwei Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts ersatz­los zurück­ge­nom­men wird.

 

V.i.S.d.P.: Prof. Dr. Mohs­sen Mas­s­ar­rat, Mohssen.Massarrat@uos.de, Tel: 0176-96746309

Unter­zeich­ne­rIn­nen:

Prof. Dr. Micha­el Brie, Prof. Dr. Wolf­gang Däub­ler, Prof. Dr. Peter Herr­mann, Prof. Dr. Rudolf Hickel, Dr. Fritz Sto­rim, Prof. Dr. Micha­el Schnei­der, Prof. Dr. Mohs­sen Mas­s­ar­rat, Prof. Dr. Chris­toph But­ter­weg­ge, Prof. Dr. Armin Bern­hard, Prof. Dr. Frig­ga Haug, Prof. Dr. Wolf­gang Fritz Haug, Dr. Wer­ner Rüge­mer, Prof. Dr. Wolf­gang Neef, Prof. Dr. Frie­der Otto Wolf, Prof. Dr. Ste­fan Best­mann, Dr. Lydia Krü­ger, Prof. Dr. Rudolph Bau­er, Prof. Dr. Bir­git Mahn­kopf, apl. Prof. Dr. Nico Paech, Prof. Dr. John Neel­sen, Prof. Dr. Ulrich Duch­row, Prof. Dr. Ingrid Loh­mann, Dr. Lutz Mez, Prof. Dr. Ulrich Brand, Prof. Dr. Klaus Meschkat, Dr. Tho­mas Sablow­ski, Dr. Josef Berg­hold, Prof. Dr. Jörg Reit­zig, Prof. Dr. Nor­man Paech

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