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AHA for­dert ein sozial und öko­lo­gi­sch ori­en­tier­tes Wohn­raum­kon­zept für Halle

Der Arbeits­kreis Hal­le­sche Auen­wäl­der zu Halle (Saale) e.V. hat sich kri­ti­sch über die kom­mu­nale Erschlie­ßung von Brach­flä­chen zur Bau­land­ge­win­ning geäu­ßert. Öko­lo­gi­sch bedenk­lich seien die von der Stadt vor­an­ge­trie­be­nen Bau­erschlie­ßungs­pläne für Gebiete wie Heide-Süd, Wörm­litz und Büsch­dorf.  Dem gegen­über stehe eine gleich­zei­tige Abriss­bi­lanz 14.000 Woh­nun­gen seit der Wende.

Für den AHA leite sich aus die­sen Fak­ten die Not­wen­dig­keit einer Wohn­raum­po­li­tik in Halle (Saale) ab, wel­che öko­lo­gi­sch und sozial in Erschei­nung tre­ten muss. Immer­hin wei­sen das Umwelt­bun­des­amt und das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt in Deutsch­land eine tag­täg­lich Neu­ver­sie­ge­lung von Boden im Umfang zwi­schen 80 und 90 ha Boden aus. Das ent­spricht in etwa einer Flä­che von 66 Fuß­ball­fel­dern und im Jahr in etwa einer Flä­che von zwi­schen 29.200 ha und 32.050 ha. Im Ver­gleich dazu die Flä­che der Stadt Mün­chen, wel­che 31 042,96 ha beträgt.

Der AHA wies in einer Pres­ser­klä­rung auf Bei­spiele auf für zu befürch­tende bau­li­che Fehl­ent­wick­lung in der Stadt hin:

Gelän­de­bra­chen in Büsch­dorf

Am 14.11.2001 fasste der Stadt­rat der Stadt Halle (Saale) mehr­heit­lich den Beschluss das Öko­lo­gi­sche Schul­zen­trum in der Käthe-Koll­witz-Straße 14 in Halle – Büsch­dorf zum 30.11.2001 zu schlie­ßen. Das 2,85 ha große Gelände, wel­ches bereits vor dem Jahre 1990 als Schul­gar­ten genutzt wurde, befin­det sich im städ­ti­schen Besitz und ist im Flä­chen­nut­zungs­plan als Grün­flä­che dar­ge­stellt. Im Zusam­men­hang mit der Schlie­ßung des Schul­gar­tens erfolgte die Her­aus­lö­sung eines Schul­gar­ten­teils für die Grund­schule Büsch­dorf.
Ab der Mitte der neun­zi­ger Jahre bestand eine Ver­ein­ba­rung zwi­schen der Stadt Halle (Saale) und dem Arbeits­kreis Hal­le­sche Auen­wäl­der zu Halle (Saale) e.V. (AHA) zur Zusam­men­ar­beit bezo­gen auf das Öko­lo­gi­sche Schul­zen­trum Halle – Büsch­dorf. Lei­der fand keine umfas­sende Umset­zung der Ver­ein­ba­rung statt. Über­le­gun­gen des nun­mehr auf­ge­lös­ten AHA-Mit­glieds­ver­eins Inter­na­tio­na­len Erho­lungs- und Bil­dungs­wer­kes e.V. (IEWB) zur Nut­zung eines Teils des Gelän­des für Kin­der- und Frei­zeit­ar­beit mit gärt­ne­ri­scher Selbst­ver­sor­gung in der Frei­zeit und Feri­en­ge­stal­tung, ins­be­son­dere für Kin­der und Jugend­li­che, wel­che auf Grund finan­zi­el­ler Schwie­rig­kei­ten der Eltern nicht ver­rei­sen kön­nen, blie­ben bedau­er­li­cher­weise in der Anfangs­phase ste­hen. Nun­mehr hat das Beruf­li­che Bil­dungs­werk e.V. Halle – Saal­kreis (BBW) große Teile des frü­he­ren Schul­gar­tens von Unrat und Ver­bau­un­gen beräumt. Das ver­schlos­sene Gelände wird ansons­ten nicht mehr genutzt.

Wohn­ge­biet am Hei­de­weg – das Bei­spiel Dölau

Mit dem Bebau­ungs­plan Nr. 162 „Dölau, Wohn­ge­biet am Hei­de­weg“, bei dem auf einer Flä­che von ca. 0,8 ha in 6 Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern 39 Miet­woh­nun­gen und eine Arzt-pra­xis sowie eine Tief­ga­rage ent­ste­hen sol­len, besteht die drin­gende Gefahr, dass ein wei­te­rer Ver­bin­dungs­kor­ri­dor der Dölauer Heide nach „außen“, ganz kon­kret zum Hecht­gra­ben, ver­lo­ren geht. Neben der Ein­schrän­kung des Aus­tau­sches von Kalt- und Frisch­luft, ver­liert der Hecht­gra­ben Aue, wel­che als Über­flu­tungs- und Ent­wick­lungs-raum für Fauna und Flora die­nen sollte.
Abge­se­hen davon, dass eine der­ar­tige Wohn­be­bau­ung kei­nes­falls dem Orts­bild von Halle-Dölau ent­spricht und zudem den Ziel- und Quell­ver­kehr mit Moto­ri­sier­tem Indi­vi­du­al­ver­kehr ver­stärk­ten dürfte.

Für den AHA sei es voll­kom­men unver­ständ­lich, dass die GWG Wohn­raum in Halle-Neu­stadt besei­tigt hat und dar­auf ori­en­tiert wei­te­ren Wohn­raum abzu­bauen, aber hier
neuen Wohn­raum aus dem Boden stamp­fen möchte. Zudem sieht der AHA Ver­qui­ckung von Inter­es­sen zwi­schen dem Ober­bür­ger­meis­ter der Stadt Halle (Saale) sowie des hal­le­schen Stadt­ra­tes und der GWG. Immer­hin säßen Stadt­räte und Dr. Bernd Wie­gand im Auf­sichts­rat der GWG. Inso­fern sei eine erfor­der­li­che unpar­tei­ische Wahr­neh­mung der Funk­tion der Pla­nungs­be­hörde durch Hal­les Stadt­rat und Ver­wal­tung ernst­haft zu bezwei­feln.

Der AHA hält es aus Grün­den des Schut­zes von Natur, Umwelt, Land­schaft und Orts­bild für drin­gend gebo­ten den Bebau­ungs­plan Nr. 162 „Dölau, Wohn­ge­biet am Hei­de­weg“ ein­zu­stel­len und diese Flä­che als Ent­wick­lungs­raum der Aue des Hecht­gra­bens und Ver-bin­dungs­kor­ri­dor zur Dölauer Heide zu sichern und zu schüt­zen sowie ent­wi­ckeln zu las­sen. Die gegen­wär­ti­gen Ent­würfe zum Bebau­ungs­plan Nr. 162 „Dölau, Wohn­ge­biet am Hei­de­weg“ – Abwä­gungs­be­schluss- vom 25.07.2016 Bebau­ungs­plan Nr. 162 „Dölau, Wohn­ge­biet am Hei­de­weg“ – Sat­zungs­be­schluss- vom 18.08.2016 igno­rie­ren die in den meis­ten der 582 Stel­lung­nah­men vor­ge­tra­ge­nen Beden­ken und Hin­weise. Dabei beruft man sich u.a. auf eine Stel­lung­nahme zur hydro­geo­lo­gi­schen Situa­tion am Stand­ort Hei­de­weg Nr. 2, Halle (Saale) vom 09.02.2016, wel­che man bei­spiels­weise auf Seite 30 der Stadt Halle (Saale) Bebau­ungs­plan Nr. 162 „Dölau, Wohn­ge­biet am Hei­de­weg“
Abwä­gung, Anlage 1 vom 21.06.2016 zu einer „gut­ach­ter­li­chen Stel­lung­nahme“ hoch­sti­li­siert.

Im Übri­gen müss­ten schon allein die Aus­füh­run­gen des Umwelt­be­rich­tes des Land­schafts­bü­ros Hasel­bach vom 27.05.2016 zum Ver­zicht des Vor­ha­bens füh­ren, so der AHA.
Nach­dem der hal­le­sche Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Bernd Wie­gand und seine Ver­wal­tung unde­mo­kra­ti­sch sowie in igno­ran­ter Her­an­ge­hens­weise gegen den Schutz, Erhalt und Ent­wick­lung von Umwelt, Natur und Land­schafts­schutz agier­ten sowie Inter­es­sen­ver­qui­ckung zwi­schen der GWG und ihrer 100%igen Gesell­schaf­te­rin Stadt Halle (Saale) bestün­den, for­derte der AHA die Mit­glie­der von Hal­les Stadt­rat auf die Pla­nun­gen zu dem Vor­ha­ben zu been­den. Der AHA schlägt statt­des­sen vor das Gebiet als suk­zes­si­ven Bio­top- und Grün­ver­bund­raum wei­ter ent­wi­ckeln zu las­sen.

Die bei­den kon­kre­ten Bei­spiele sind nach der Auf­fas­sung des AHA eine Mah­nung dafür, end­lich ein poli­ti­sches Umden­ken in der Stadt Halle (Saale) anzu­ge­hen.
Ein ange­dach­tes hal­le­sches woh­nungs­po­li­ti­sches Kon­zept muss sozial-öko­lo­gi­sch aus­ge­wo­gen sein, den Erhalt und die Sanie­rung vor­han­de­ner Bau­sub­stanz beför­dern und einer wei­te­ren Aus­wei­tung von unver­bau­tem Boden als Bau­land für neue Häu­ser Ein-halt gebie­ten. Wer sich eben­falls für diese Ziel­stel­lung ein­set­zen möchte, wende sich bitte an den AHA:

 

 

Foto oben: Lars Kunze / pixelio.de

 

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