BI „Für Halle“ kämpft gegen Gift­müll-Dreh­kreuz im Hafen von Trotha

Foto: © Som­ma­ruga Fabio  / pixelio.de | Anfang  Juni führte das Lan­des­ver­wal­tungs­amt Halle eine Anhö­rung zur Ein­rich­tung eines Zwi­schen­la­gers für gefähr­li­che Abfälle im Hafen Halle-Trotha durch. Der Antrag zur Geneh­mi­gung kam von der Hafen Halle GmbH, also einer 100%igen Toch­ter der Stadt­werke. Kom­men­tar eines poten­zi­ell Betrof­fe­nen. 

Ich (D. S.) war selbst Ein­wen­der und meine haupt­säch­li­che Befürch­tung war, als Anwoh­ner Stäu­ben und Aus­ga­sun­gen aus­ge­setzt zu wer­den, beson­ders im Kata­stro­phen­fall. Haupt-Ein­wen­der war die Bür­ger­initia­tive „Für Halle“ und deren Ziel ist die Ent­wick­lung des Hafen­are­als hin zu einem emis­si­ons­freien Wohn- und Gewer­be­ge­biet. Es ging also zunächst um Stadt­ent­wick­lung, um die Inte­grierte Stadt­ent­wick­lungs-Kon­zep­tion „Stadt am Fluss“ von 2015 mit ihrem aus­ge­wo­ge­nen Mit­ein­an­der von Gewerbe, Woh­nen und Natur.

Unab­seh­bare Risi­ken für das kom­mu­nale Gemein­we­sen

All diese hoch­ge­steck­ten Ziele ver­tra­gen sich über­haupt nicht mit den Plä­nen der Stadt­werke für den Aus­bau des Hafens zum Zwi­schen­la­ger und Umschlag­platz für Son­der­müll. Mit dem Umschlag von Gift­müll im Stadt­ge­biet soll end­lich Gewinn erzielt wer­den. Wäh­rend der Anhö­rung wurde deut­lich, dass sich offen­sicht­lich keine Ver­si­che­rung bereit fin­det, das geplante Gift­müll-Dreh­kreuz im Trothaer Hafen zu ver­si­chern. Im Scha­dens­fall wür­den die Kos­ten an Stadt und Land hän­gen­blei­ben. Und das Pro­gramm zur Anpas­sung Sach­sen-Anhalts an den Kli­ma­wan­del wird auf kuriose Weise miss­ach­tet. „Wir sta­peln volle Con­tai­ner auf leere“ ist das Kon­zept der „Exper­ten“ von der Stadt­wirt­schaft für den Hoch­was­ser­fall. Schon jetzt wer­den die ent­leer­ten (oder tei­lent­leer­ten?) Open-top-Con­tai­ner auf­ge­deckt (also ohne Plane) durch die Stadt nach Lochau gefah­ren, wo sie gespült (!) und mit ande­ren Gütern befüllt wer­den. Die LKWs mit auf­ge­deck­ten Con­tai­nern wur­den u. a. schon in Bruck­dorf gesich­tet. Der Antrag­stel­ler soll so ziem­lich alles geneh­migt bekom­men, was man mit Gift­müll so machen kann: umfül­len, wei­ter­ver­kau­fen, behan­deln, Offene Auf­schüt­tun­gen wer­den nicht aus­ge­schlos­sen, zumal auch Schur­ren und För­der­bän­der Gegen­stände des Antrags sind. Ein Ver­teil­zen­trum für Gift­müll in Trotha könnte sogar die Akti­vi­tä­ten in Teut­schent­hal bzw. Angers­dorf wie­der auf­le­ben las­sen. Stadt­pla­ne­ri­sch also eine ziem­li­che Kata­stro­phe, zu der der macht­lose Ober­bür­ger­meis­ter auch keine Mei­nung hat.

Die Feu­er­wehr käme im Ernst­fall viel­leicht zu spät

Unter Tages­ord­nungs­punkt 4 ging es um die Gefah­ren im Hava­rie­fall: Ver­kehrs­un­fälle, Selbst­ent­zün­dung, Stark­re­gen, Hagel­schlag, Hoch­wäs­ser, aber vor allem Brände. In den drei Jah­ren, in denen ich in Trotha wohne, hat es schon mehr­fach dort im Hafen gebrannt. Und ich rie­che immer, was es ist: seien es Raps-Rück­stände oder Plas­tik-Abfälle. Die Spe­zi­al­kräfte der Feu­er­wehr müss­ten von Halle-Neu­stadt oder aus den Che­mie­parks anrü­cken, wobei sie mit dem gegen­wär­ti­gen und zukünf­ti­gen Ver­kehrs­chaos zu kämp­fen hät­ten. Die gela­ger­ten Gift­stoffe wer­den nur all­ge­mein durch einen Abfall­schlüs­sel gekenn­zeich­net, der auf detail­lierte Stoff­klas­si­fi­zie­run­gen ver­zich­tet, was eine wirk­same Stör­fall­be­kämp­fung wei­ter erschwert. Regel­mä­ßige und unab­hän­gige Mes­sun­gen und Pro­be­nah­men sind nicht vor­ge­se­hen.

Beim Erör­te­rungs­ter­min wurde deut­lich, dass alle Ein­wände pau­schal zurück­ge­wie­sen wer­den und eine rasche Geneh­mi­gung bevor­steht. Die Bür­ger­initia­tive „Für Halle“ prüft des­halb die Mög­lich­keit einer Klage vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt. Für wei­tere

Für wei­tere Infor­ma­tio­nen besu­chen Sie bitte die Seite der Bür­ger­initia­tive:

http://für-halle.de

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