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BND Gesetz pas­siert Bun­des­tag: Inter­net­kon­trol­le und Tele­fon­über­wa­chung jetzt legal

Der deut­sche Bun­des­tag hat die Novel­le des BND-Geset­zes mit den Stim­men der regie­ren­den schwarz-roten Koali­ti­on beschlos­sen. Geheim­dienst­li­che Prak­ti­ken im Inland, wie sie von der Behör­de bis­lang ille­gal ange­wen­det wur­den, sind durch die neu­en Rege­lun­gen nun auch für den deut­schen Aus­lands­nach­rich­ten­dienst erlaubt. Unter ande­rem dür­fen jetzt Tele­fon- und Inter­net­ver­bin­dun­gen über­wacht wer­den.

Schar­fe Kri­tik übte nicht nur die Oppo­si­ti­on im, son­dern auch außer­halb des Par­la­men­tes, dar­un­ter die FDP. So kün­dig­te die ehe­ma­li­ge FDP-Jus­tiz­mi­nis­te­rin Leu­theus­ser-Schnar­ren­ber­ger eine Kla­ge vor dem Ver­fas­sungs­ge­richt gegen das Gesetz an. „Der deut­sche Aus­lands­ge­heim­dienst, der tief im Sumpf der ille­ga­len Über­wa­chung mit den USA und Groß­bri­tan­ni­en steckt, erhält neue, aus­ge­dehn­te Befug­nis­se, die teil­wei­se ver­fas­sungs­wid­rig sind.", so die libe­ra­le Rechts­po­li­ti­ke­rin gegen­über Pres­se­ver­tre­tern.

Einen Tag zuvor hat­te ein Bünd­nis von über­wa­chungs­kri­ti­schen zivil­ge­sell­schaft­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen, dar­un­ter amnes­ty inter­na­tio­nal, Digi­ta­le Gesell­schaft e.V. und Repor­ter ohne Gren­zen vor dem Bran­den­bur­ger Tor demons­triert und anschlie­ßend im Bun­des­tag eine Peti­ti­on über­ge­ben. Die­se ent­hielt 20.000 Unter­schrif­ten gegen das Gesetz und wur­de von kei­nem der SPD- oder CDU/CSU – Abge­ord­ne­ten ent­ge­gen­ge­nom­men.

Bei der Ver­an­stal­tung der Über­wa­chungs­geg­ner trat auch der ehe­ma­li­ge NSA-Tech­nik­chef und Whist­leb­lo­wer Wil­liam Bin­ney auf.

 

Link zum ori­gi­nal Geset­zes­text (Quel­le: Deut­scher Bun­des­tag - pdf)

 

Foto: zukünf­ti­ge BND-Zen­tra­le in Ber­lin © And­res Levers CC-BY-NC

 

 

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