Bogen/BY – 09.03.13 Tierschützer blockieren Wiesenhof Schlachtfabrik

Das Bünd­nis „Mast­an­la­gen Wider­stand“ blo­ckiert die Wie­sen­hof-Schlacht­fa­brik in Möckern (Sach­sen-Anhalt) +++aktua­li­siert

Tier­rechts­ak­ti­vis­tIn­nen blo­ckie­ren zehn Stun­den lang die Wie­sen­hof-Schlacht­fa­brik in Möckern, Sachsen-Anhalt/ Wie ges­tern in einer Pres­se­mit­tei­lung berich­tet, wur­den zwei Hüh­ner-Schlacht­fa­bri­ken am Mon­tag, den 19. Mai 2014, zeit­gleich durch Tier­rechts­ak­ti­vis­tIn­nen blo­ckiert. Das Akti­ons­bünd­nis MASTANLAGEN WIDERSTAND blo­ckierte die Wie­sen­hof-Schlacht­fa­brik in Möckern (Sach­sen-Anhalt), wäh­rend Akti­vis­tIn­nen des Bünd­nis­ses für Tier­be­frei­ung Euro­pas größte Hüh­ner­schlacht­fa­brik von Roth­köt­ter in Wietze (Nie­der­sach­sen) in ihrem Betrieb für meh­rere Stun­den auf­hielt.

Die Aktio­nen rich­te­ten sich gegen die sys­te­ma­ti­sche Aus­beu­tung von Men­sch, Tier und Umwelt für die Fleisch­pro­duk­tion. Des Wei­te­ren war das aus­ge­spro­chene Ziel der Aktio­nen, sich im Rah­men der dezen­tra­len Block­upy-Akti­ons­tage der Pro­duk­tion von aus­beu­te­ri­schen Kon­zer­nen direkt in den Weg zu stel­len.

Um sechs Uhr mor­gens begann die zehn­stün­dige Pro­test­ak­tion der 40 Akti­vis­tIn­nen in Möckern, wel­che gegen 18 Uhr voll­stän­dig durch die Poli­zei geräumt wurde. Um sich dem Schlacht­be­trieb von Wie­sen­hof in den Weg zu stel­len und die­sen in sei­nem Ablauf zu stö­ren, bezie­hungs­weise unmög­lich zu machen, blo­ckier­ten die 40 Akti­vis­tIn­nen die Zu- und Aus­fahr­ten der Schlacht­fa­brik. Dort wer­den jähr­lich bis zu 40 Mil­lio­nen Tiere getö­tet wer­den.

Sechs der Akti­vis­tIn­nen waren an drei Beton­fäs­ser geket­tet. Wei­tere Akti­vis­tIn­nen klet­ter­ten auf Tra­ver­sen (quer gespannte Seile) zwi­schen den Bäu­men an den Zufahr­ten, um die Durch­fahrt der LKWs zu ver­hin­dern. Rund um die Schlacht­fa­brik in Möckern befin­den sich eine Brü­te­rei der PHW Gruppe (Marke Wie­sen­hof) und ca. 40 Mast­an­la­gen, die als Zulie­fer­be­triebe für die Schlacht­fa­brik die­nen.

Die­ser Ort, der das ganze bru­tale Aus­maß der sys­te­ma­ti­schen Fleisch­pro­duk­tion ver­deut­licht, stellte für die Akti­vis­tIn­nen einen geeig­ne­ten Ort da, um mit ihrer Blo­cka­de­ak­tion auf den fata­len Umgang von Men­schen mit Tie­ren auf­merk­sam zu machen. „Wenn sich 40 Men­schen in die­sem Moment dem Schlacht­be­trieb und dem wei­te­ren Töten in den Weg stel­len, kön­nen sie für einen Moment eine Maschi­ne­rie auf­hal­ten, die im Akkord Lebe­we­sen tötet und zur Ware, zum Pro­dukt machen soll. Eine Maschi­ne­rie, die kei­ner­lei Rück­sicht auf Indi­vi­duen nimmt und nie­mals deren Ver­lan­gen nach einem glück­li­chen Leben gerecht wer­den kann“, hieß es in einem Rede­bei­trag der Akti­vis­tIn­nen.

Wäh­rend sich Wie­sen­hof nicht zur Blo­ckade äußerte, kün­dig­ten die Poli­zei­kräfte bereits kurz nach der Ankunft an der Schlacht­fa­brik an, ein Ein­grei­fen nicht für not­wen­dig zu erach­ten. Ent­ge­gen die­ser Aus­sage wur­den elf Poli­zei­wä­gen mit Räum­ge­rä­ten und 120 Poli­zis­tIn­nen an den Pro­tes­tort gebracht. Nach ca. neun Stun­den begann die Poli­zei schluss­end­lich mit der gewalt­vol­len Räu­mung. Die Unter­stüt­ze­rIn­nen der blo­ckie­ren­den Akti­vis­tIn­nen wur­den wie­der­holt nach ihren Per­so­na­lien befragt, akri­bi­sch abge­filmt und erhiel­ten bei Beginn der Räu­mung münd­li­che Platz­ver­weise für das gesamte Stadt­ge­biet Möckerns. Doch nicht nur in Möckern zeigt sich Tier­hal­tung in ihrer extre­men Grau­sam­keit. In ganz Deutsch­land ent­ste­hen immer wei­tere Schlacht­ka­pa­zi­tä­ten und Mast­an­la­gen. Der Kon­zern hin­ter der Marke Wie­sen­hof, die soge­nannte PHW-Gruppe, ist der größte Kon­zern für indus­tri­elle Tier­hal­tung in Deutsch­land und der dritt­größte in Europa im Bereich der Hüh­ner­zucht, -hal­tung und –schlach­tung. Er steht des­halb für das Bünd­nis MASTANLAGEN WIDERSTAND sym­bo­li­sch für indus­tri­elle Tier­hal­tung. Ins­ge­samt sind seit 2011 sind in Deutsch­land über 800 wei­tere Hüh­ner­mast­an­la­gen in Pla­nung bezie­hungs­weise in Bau. Wie­sen­hof ist an die­sem immen­sen Bau von Mast­an­la­gen maß­geb­lich betei­ligt. Aber auch für den Kon­zern Roth­köt­ter (Cel­ler Frisch­ge­flü­gel), der Ende 2011 Euro­pas größte Hüh­ner­schlacht­fa­brik bauen ließ, ent­ste­hen immer wei­ter Zulie­fer­be­triebe, um die poten­ti­elle Schlacht­ka­pa­zi­tät von 400.000 Tie­ren voll aus­zu­las­ten. Diese Schlacht­fa­brik wählte das Bünd­nis für Tier­be­frei­ung in Wietze für ihre direkte anti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Aktion. Die Akti­vis­tIn­nen blo­ckier­ten die Zufahr­ten, indem sich zwei Men­schen an ein Beton­fass ket­te­ten und zwei wei­tere an einem Beton­klotz der sich in einem Auto befand.

Wei­tere Tier­be­frei­ungs­ak­ti­vis­tIn­nen ket­te­ten sich an ste­hende und vor­bei­fah­rende Trans­por­ter oder betei­lig­ten sich an einer Sitz­blo­ckade. Gegen Mit­tag räumte die Poli­zei die Blo­ckade. Mit gro­ßem Gerät trans­por­tierte sie das Beton­fass und das Auto zur Seite, obwohl die Akti­vis­tIn­nen wäh­rend der Räu­mung akut der Gefahr aus­ge­setzt waren, Arm­brü­che zu erlei­den.

Die Poli­zei ver­hielt sich an bei­den Blo­cka­de­or­ten wie­der­holt sehr repres­siv und zeigte sich mit gro­ßem, gewalt­vol­lem Auf­ge­bot. Einer Kri­mi­na­li­sie­rung war die Bewe­gung schon im Vor­aus aus­ge­setzt. Geplante Pro­test­ak­tio­nen, wie Schlacht­fa­brik­blo­cka­den, wur­den im letz­ten Jahr durch den Ein­satz des Poli­zei­spit­zels Ralf Gross ver­un­mög­licht. Bei den dezen­tra­len Block­u­py­ak­ti­ons­ta­gen, zeigt sich die Tier­rechts­ak­ti­vis­tIn­nen aber wei­ter­hin ent­schlos­sen: ,,Wenn sich vier­zig Men­schen dem Betrieb von Schlacht­fa­bri­ken in den Weg stel­len, sind sie Teil einer Bewe­gung, die sich für Ver­än­de­rung stark macht und der Unter­drü­ckung von Men­schen und Tie­ren kei­nen Platz mehr geben will!“

Tier­hal­tung und Fleisch­kon­sum wird als Nor­ma­li­tät betrach­tet. Unter ande­rem für die Fleisch­pro­duk­tion ent­ste­hen jedoch immer mehr grau­same Tier­fa­bri­ken. Solange die­ser Zustand als nor­mal gilt, wird auch der Wider­stand gegen die­sen Teil der Pro­duk­tion grö­ßer und viel­fäl­ti­ger. Die Blo­cka­de­ak­tio­nen der Tier­rechts­ak­ti­vis­tIn­nen am ver­gan­ge­nen Mon­tag in Möckern und Wietze vor den Toren von Wie­sen­hof und Roth­köt­ter zei­gen, dass wei­te­rer Wider­stand gegen Tier­aus­beu­tung nötig und mög­lich ist.

Das Akti­ons­bünd­nis gegen Wie­sen­hof MASTANLAGEN WIDERSTAND stellt einen Zusam­men­schluss aus ver­schie­de­nen Grup­pen, Ein­zel­per­so­nen und Akti­vis­tIn­nen dar. Kon­kret will das Bünd­nis Hüh­ner­mast­an­la­gen und somit Zulie­fer­be­triebe für Wie­sen­hof-Schlacht­fa­bri­ken ver­hin­dern und auf die­sem Wege gegen das Aus­beu­ten und Töten von Tie­ren, gegen regio­nale sowie glo­bale Umwelt­ver­schmut­zung und mensch­li­chen Unter­drü­ckung vor­ge­hen.

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Aktu­elle Bil­der von 11 Uhr. Fotos: Gus­tav Pur­sche, visual-rebellion.com
Titel­foto: Chris Gro­dotzki, visual-rebellion.com
PM von mastanlagen-widerstand.de
Face­book mit kur­zem Bericht über den Ver­lauf.
Bericht TAZ
MDR Sach­sen-Anhalt

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