Anke-streifinger-2013

Starke Frauen ver­än­dern Halle

Ate­lier­ge­mein­schaft­kunst­rich­tung­trotha, so nen­nen Suse Kaluza, Inga Becker, Anke Dei­mig, Clau­dia Klin­kert, Yvonne Brück­ner und Chris­tin Mül­ler ihr Werk in der Saa­le­straße 1, wel­ches durch ver­einte Kräfte nach und nach gewach­sen ist.

Als 2003 der Vier-Sei­ten-Hof in Fluss­nähe ent­deckt wurde, inspi­rierte das alte Gemäuer sofort zu krea­ti­ven Ideen, aus denen als­bald hand­feste Pläne wur­den. Wäh­rend bei­spiels­weise Clau­dia Klin­kert sich dem Töp­fern wid­mete und eine Töp­fer­werk­statt ent­ste­hen ließ, begann Anke Dei­mig von eige­ner Hand her­ge­stellte Mar­me­la­den und Kuchen zu ver­kau­fen. Sie hatte gerade die Aus­bil­dung zur Bäcke­rin erfolg­reich abge­schlos­sen. Durch ihre Über­zeu­gung vom not­wen­di­gen scho­nen­den Umgang mit der Natur fand die junge Frau zu einer vege­ta­ri­schen Lebens­weise. Was lag da näher, als zur Ver­brau­che­rin von Bio- Lebens­mit­teln zu wer­den und andere von den Vor­tei­len öko­lo­gi­sch erzeug­ter Pro­dukte zu über­zeu­gen? So ent­stand bald ein eige­ner klei­ner Laden, in wel­chem auch regio­nale Erzeug­nisse in Bio-Qua­li­tät ange­bo­ten wur­den. Die Räume des Hofes boten sich dafür an und es ent­wi­ckelte sich eine ganz beson­dere Atmo­sphäre auf dem Gelände. Anke unter­stützte gemein­sam mit ihren Mit­strei­te­rin­nen und Mit­strei­tern den Trotha Ver­ein und das Mit­tel­stra­ßen­fest. Sie begann den Hal­le­schen Markt mit ihren regel­mä­ßig auf­ge­stell­ten Ver­kaufs­stän­den zu bele­ben. Dank der schier uner­schöpf­li­chen Ener­gie, wel­che von die­ser herz­li­chen, immer freund­li­chen Frau und ihren ebenso star­ken Part­ne­rin­nen aus­geht, konnte der Hof wei­ter aus­ge­baut wer­den. Zur fes­ten Tra­di­tion gehö­ren die eige­nen Feste, die gemein­sam geplant und vor­be­rei­tet und mit vie­len Gäs­ten gefei­ert wer­den. Dabei gibt es nicht nur kuli­na­ri­sche Lecker­bis­sen, son­dern auch künst­le­ri­schen Genuss. Erneu­ter Fami­li­en­zu­wachs ver­langte 2010 eine Ver­än­de­rung. Anke gab den net­ten klei­nen Laden auf und ver­legte sich voll aufs Backen. Dazu wurde eigens ein neuer Stein­back­ofen im Hof errich­tet, in wel­chem sie ein­mal in der Woche eine Aus­wahl unter­schied­li­cher Brote bäckt, die auch vor­be­stellt wer­den kön­nen. Die alte Kunst des Brot­ba­ckens möchte sie ins­be­son­dere Kin­dern nahe brin­gen. Des­halb will sie künf­tig Grup­pen aus Schu­len oder Kitas zu Vor­füh­run­gen emp­fan­gen. Der­zeit befin­den sich die bau­li­chen und orga­ni­sa­to­ri­schen Vor­aus­set­zun­gen dafür im Auf­bau. Die jun­gen Gäste sol­len bei ihrem Hof­be­such alles rund ums Essen erfah­ren. Wo kom­men unsere Lebens­mit­tel her? Wie wer­den sie ver­ar­bei­tet? Wel­che Zusatz­mit­tel wer­den kon­ven­tio­nel­len Lebens­mit­teln bei­ge­mischt? Dies sind einige der Fra­gen, um die es gehen wird. Auch Mit­ma­chen wird erlaubt sein. Anke Dei­mig bie­tet mitt­ler­weile einen Cate­ring­ser­vice für Feste an. Die­sem Unter­neh­men will sie sich in Zukunft ver­stärkt zuwen­den. Sie zau­bert herr­li­che Tor­ten und Kuchen, ebenso wie fan­ta­sie­volle vege­ta­ri­sche Abend­buf­fets. Bei ihr kann Mann wie Frau sicher sein, dass alle Lebens­mit­tel eine lie­be­volle und gewis­sen­hafte Ver­ar­bei­tung erfah­ren. Das wis­sen inzwi­schen auch die Kun­den von natu­rata in Trotha, von Bio­to­pia auf dem Markt und in der Klei­nen Ulrich­straße, von natu­rell in der Gro­ßen Stein­straße und vom Bio-Markt am Reil­eck sehr zu schät­zen, denn dort­hin lie­fert sie ihre Ware.

Die drei­fa­che Mut­ter möchte nicht nur ihren eige­nen Kin­dern eine intakte Lebens­welt hin­ter­las­sen. Des­halb beschäf­tigt sie sich mit den gro­ßen Anlie­gen von Natur- und Umwelt­schutz. Als per­sön­li­che Kon­se­quenz ver­folgt Anke gerad­li­nig ihren Weg in eine Welt, die abseits der kon­ven­tio­nel­len Erzeu­gung von Lebens­mit­teln liegt. Eine Streu­obst­wiese in der Nähe von See­burg lie­fert ihr fri­sches Obst, auf einer klei­nen Acker­flä­che erzeugt sie fri­sches Gemüse. Für all ihre Pro­dukte besteht seit 2012 auch eine Bio-Zer­ti­fi­zie­rung. Die harte Arbeit und die Mühen der Selb­stän­dig­keit sind der lebens­fro­hen Frau nicht anzu­mer­ken. Im Gegen­teil: Ihr Opti­mis­mus und die Freude an ihrer Tätig­keit wir­ken anste­ckend. Sie ver­an­lass­ten bei­spiels­weise Ger­hild Fischer, die Inha­be­rin der tra­di­ti­ons­rei­chen Bäcke­rei in Rothen­burg, zum Umden­ken. Auch dort wird seit eini­ger Zeit erfolg­reich mit Bio-Zuta­ten geba­cken. Die Land­bä­cke­rei aus dem Saa­le­kreis berei­chert nun gleich­falls das Ange­bot in Hal­les Bio-Läden und auf dem regel­mä­ßig am 1. Don­ners­tag im Monat durch­ge­führ­ten Bio-Abend­markt mit wohl­schmek­ken­den, hoch­wer­ti­gen Back­wa­ren. Letzt­end­lich haben wir es auch Anke Dei­mig zu ver­dan­ken, dass die “Bio-Szene” in Halle durch mehr Regio­na­li­tät an Kraft
gewinnt. So erhält das bis­her anonyme Bio- Ange­bot mehr und mehr Mensch­lich­keit.

Denn Ver­trauen in gute Lebens­mit­tel wird für viele Men­schen immer wich­ti­ger. Auch das Wis­sen darum, wer hin­ter den von uns ver­speis­ten Pro­duk­ten steht, gewinnt glück­li­cher­weise lang­sam wie­der an Bedeu­tung. Was geschieht noch so alles auf dem Hof der Saa­le­straße? Sind Sie neu­gie­rig gewor­den? Lüf­ten Sie das Geheim­nis selbst! Viel Spaß dabei wünscht

Stef­fen Neu­bert, NABU Halle

Am 14. und 15. Sep­tem­ber 2013 zum Tag des offe­nen Ate­liers in Sach­sen-Anhalt öff­net die Ate­lier­ge­mein­schaft kunst­rich­tung­trotha wie­der ihre Türen in der Saa­le­straße 1 in Halle.

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