Vor­schläge fürs Pro­test­jahr 2014

Nächste Demo: Müll abladen/ „Bock auf Mob­bing?“ Im Dezem­ber rie­fen sol­che anony­men Hand­zet­tel an der Uni­ver­si­tät in Halle zu einem Müll-Flashmob auf. An einem Mitt­woch­abend im Dezem­ber soll­ten alle volle gelbe Müll­sä­cke mit­brin­gen und diese als Gruppe gemein­sam vor dem 24- Stun­den- Edeka in der Lud­wig- Wuche­rer- Straße able­gen, als Zei­chen „gegen die Müll­ver­schwen­dung und Verpackungswahn“.Gespannt war­te­ten an die­sem Abend ein hal­bes Dut­zend Foto­gra­fen vor dem besag­ten Edeka. Dazu über­wachte die Poli­zei mit ebenso vie­len Dienst­wa­gen jede Stra­ßen­ecke, um den wüten­den Müll-Mob an die­ser unan­ge­mel­de­ten Ord­nungs­wid­rig­keit zu hin­dern. Schließ­lich kamen nicht 400 Leute, nicht 40, es kamen vier Stu­den­ten. Die Orga­ni­sa­to­ren waren allein geblie­ben. Trotz­dem, mit gemal­ten über­gro­ßen Papp­kar­tons mar­schier­ten sie auf den Edeka zu. Da war­tete bereits der Markt­lei­ter auf die Anti- Abfall- Demons­tran­ten. Die Stu­die­ren­den brach­ten ihr Anlie­gen im Gespräch vor, der Markt­lei­ter beteu­erte, dass er gegen Müll­ver­schwen­dung auch nichts machen könne, und dabei blieb es. Der „Flash“ war da, nur der „Mob“ fehlte, die Aktion scheint geschei­tert zu sein.

Der „Flashmob“ (zu deut­sch etwa „Blitz­meute“), also ein kur­zer, schein­bar spon­ta­ner Men­schen­auf­lauf in der Öffent­lich­keit, wird meist übers Inter­net orga­ni­siert. Bei der Müll-Demo hat es nicht geklappt. Wer aber im neuen Jahr wei­ter gegen die Poli­tik, die Wirt­schaft, „die da oben“ oder ein­fach aus Prin­zip pro­tes­tie­ren möchte, für den gibt es hier einige Inspi­ra­tion zur krea­ti­ven Beschwerde:

Mit der Sitz­blo­ckade, auch „sit-in“ genannt, las­sen kann sich Bahn­gleise, Stra­ßen und Gebäude für län­gere Zeit ganz bequem beset­zen. Solange man sich nicht anket­tet oder gegen das Weg­tra­gen durch die Poli­zei wehrt, ist das auch legal.

Als „Tanz­gue­rilla“ nut­zen Akti­vis­ten den öffent­li­chen Raum zum Tan­zen. Mit einem Ghet­to­blas­ter oder eige­nen Kopf­hö­rern und Musik-Player tan­zen sie fröh­lich in Kauf­häu­sern, auf öffent­li­chen Plät­zen und Stra­ßen. Ohne jeg­li­che Gewalt, aber vol­ler Humor.

Schließ­lich machte der „Stan­ding Man“ aus der Tür­kei im letz­ten Jahr den stil­len Pro­test bekannt. Nach den wochen­lan­gen gewalt­tä­ti­gen Demons­tra­tio­nen stand der Künst­ler Erdem Gün­düz meh­rere Stun­den lang ein­fach nur auf dem Tak­sim Platz in Istan­bul still­schwei­gend da. Dem sym­bo­li­schen Pro­test schlos­sen sich spon­tan hun­derte Men­schen an.

Und was wird aus der Anti-Müll-Demo? Die Stu­den­ten wol­len wei­ter­ma­chen, dies sei erst der Anfang gewe­sen, ver­kün­de­ten sie im Dezem­ber. Ob sie die Hal­len­ser mobi­li­sie­ren kön­nen?

Mar­kus Kowalski/ Text & Foto

Foto: Stu­die­rende dis­ku­tie­ren bei ihrem Flashmob mit
dem Markt­lei­ter des 24-h-Edeka








 

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