Steu­er­ge­rech­tig­keit statt Steu­er­erhö­hung! 15 Ver­bän­de und Orga­ni­sa­tio­nen pro­tes­tie­ren gegen Merz-Pläne

Die von der Bun­des­re­gie­rung ins Spiel gebrach­te Mehr­wert­steu­er­erhö­hung wird von attac Deutsch­land und wei­te­ren zuivil­ge­sell­schaft­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen wie Green­peace oder Lob­by­Con­trol scharf kri­zi­siert. Eine wei­te­re Anhe­bung der Umsatz­steu­er zur Deckung des öffent­li­chen Finan­zie­rungs­be­darfs wäre "ver­tei­lungs- und wirt­schafts­po­li­tisch fatal", heißt es in einer gemein­sa­men Erklä­rung der 14 Orga­ni­sa­tio­nen sowie der Arbeits­kam­mer des Saarlandes.

Die Erhö­hung wür­de vor allem Men­schen mit klei­nen und mitt­le­ren Ein­kom­men sowie Trans­fer­emp­fän­ger hart tref­fen und könn­te auch nicht durch eine gleich­zei­ti­ge Absen­kung der Mehr­wert­steu­er auf Lebens­mit­tel aus­ge­gli­chen wer­den, wie das betei­lig­te Netz­werk Steu­er­ge­rech­tig­keit vor­rech­ne­te. Auch die wirt­schaft­li­chen Fol­gen wären unab­seh­bar, weil die Bin­nen­nach­fra­ge wei­ter geschwächt würde.

Gro­ße Ver­mö­gen stär­ker besteuern

Für die zeich­nen­den Orga­ni­sa­tio­nen ste­he sehr wohl ohne Zwei­fel fest, dass öffent­li­che Inves­ti­tio­nen in Infra­struk­tur, Bil­dung, Kli­ma­schutz, Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit sowie in den Erhalt des Sozi­al­staa­tes drin­gend sei­en. Die­se dürf­ten aber nicht über die Erhö­hung indi­rek­ter Steu­ern wie der Mehr­wert­steu­er finan­ziert wer­den, die die sozia­le Ungleich­heit verschärfen.

Statt Men­schen mit gerin­gen Ein­künf­ten zusätz­lich zu belas­ten, brau­che es eine stär­ke­re Betei­li­gung sehr gro­ßer Ver­mö­gen und hoher Ver­mö­gens­ein­kom­men. Die Aus­set­zung der Ver­mö­gen­steu­er und wei­te­re Steu­er­re­for­men der ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­te haben dazu geführt, dass Mul­ti­mil­lio­nä­re und Mil­li­ar­dä­re heu­te oft nur halb so hohe Steu­er- und Abga­ben­sät­ze zah­len wie die brei­te Mit­te der Gesell­schaft, die ihr Ein­kom­men über­wie­gend aus Arbeit bezieht. Zudem pro­fi­tie­ren Men­schen mit sehr gro­ßen Ver­mö­gen von weit­rei­chen­den Pri­vi­le­gi­en bei der Erb­schaft­steu­er. Gleich­zei­tig ver­ur­sa­chen sie mit ihrem Lebens­stil und Inves­ti­ti­ons­ver­hal­ten extrem hohe Kli­ma- und Umwelt­schä­den, deren Fol­ge­kos­ten von der All­ge­mein­heit getra­gen wer­den. Mit den von der Bun­des­re­gie­rung bereits beschlos­se­nen Steu­er­sen­kun­gen für Unter­neh­men ab 2028 ver­stärkt sich das Ungleich­ge­wicht zuguns­ten der Super­rei­chen weiter.

Kurs­kor­rek­tur in Rich­tung Gemein­wohl drin­gend geboten

Die betei­lig­ten  Sozi­al­ver­bän­de, Umwelt­or­ga­ni­sa­tio­nen und zivil­ge­sell­schaft­li­chen Initia­ti­ven for­dern die Bun­des­re­gie­rung auf, die­sen "fata­len Kurs umge­hend zu kor­ri­gie­ren". Anstel­le des­sen müs­se die Regie­rung über eine gerech­te Besteue­rung sehr gro­ßer Ver­mö­gen eine ange­mes­se­ne Betei­li­gung von Super­rei­chen an der Finan­zie­rung des Gemein­wohls sicher­stel­len. Nur so lies­sen sich gesamt­ge­sell­schaft­li­che Belas­tun­gen fair ver­tei­len und der gesell­schaft­li­che Zusam­men­halt stärken.

(Foto oben: Get­ty Imga­ges / Clau­dia Nass) 

Betei­lig­te Organisationen:

  • Attac Deutsch­land
  • Arbeits­kam­mer des Saarlandes
  • ECOn­GOOD | Gemein­wohl-Öko­no­mie Deutsch­land e. V.
  • Fis­cal­Fu­ture e. V.
  • Forum Öko­lo­gisch-Sozia­le Markt­wirt­schaft e. V. (FÖS)
  • Gemein­gut in Bür­ge­rIn­nen­hand e. V.
  • Green­peace e. V.
  • Lob­by­Con­trol - Initia­ti­ve für Trans­pa­renz und Demo­kra­tie e.V.
  • Netz­werk Steu­er­ge­rech­tig­keit e. V.
  • Oxfam Deutsch­land e. V.
  • Sozi­al­ver­band Deutsch­land e. V.
  • Sozi­al­ver­band VdK Deutsch­land e. V.
  • tax­me­now – Initia­ti­ve für Steu­er­ge­rech­tig­keit e. V.
  • ungleichheit.info e. V.
  • WEED e. V. – Welt­wirt­schaft, Öko­lo­gie & Entwicklung

 

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