Zivi­ler Auf­schwung statt Rüs­tungs­stand­or­te: BSW Hal­le wider­spricht FREIEN WÄHLERN

Die For­de­rung der FREIEN WÄHLER, mehr Gewer­be­grund­stü­cke für die Rüs­tungs­in­dus­trie bereit­zu­stel­len, hat in Sach­sen-Anhalt für Schlag­zei­len und Empö­rung gesorgt. Auch deren Vor­schlag einer Umbe­nen­nung in "Ver­tei­di­gungs­in­dus­trie", um die Bevöl­ke­rung "begeis­tern" zu kön­nen, ern­te­te Kopfschütteln.

Rüs­tungs­stand­or­te sind Kriegsziele

Der Kreis­vor­stand des BSW wider­sprach dem Vize-Lan­des­chef Fal­ko Kad­zi­mirsz mit deut­li­chen Wor­ten und dem Vor­schlag, sich doch lie­ber mit zivi­len Pro­jek­ten gegen die Deindus­tria­li­sie­rung Ost­deutsch­lands auf­zu­stel­len. Denn Rüs­tungs­stand­or­te wür­den "im Fal­le eines Krie­ges legi­ti­me mili­tä­ri­sche Zie­le sein", ganz abge­se­hen davon, dass die wei­te­re Auf­rüs­tung auf Kos­ten der Sozi­al­sys­te­me und des Lebens­stan­dards sowie der Umwelt gesche­he. "Glaubt Herr Kad­zi­mirsz wirk­lich, dass man Din­ge nur anders benen­nen muss – und schon sind alle dafür?" heißt es in der Erklä­rung des BSW vom 15. Februar.

Sach­sen-Anhalt habe sehr wohl in der Ver­gan­gen­heit "eine Rei­he gro­ßer Indus­trie­an­sied­lun­gen ermög­licht, sei es Solar Val­ley bei Bit­ter­feld-Wol­fen, sei es der Elbe­ge­wer­be­park bei Mag­de­burg oder die Groß­an­sied­lung der Raf­fi­ne­rie in Leu­na." Vie­le Stand­or­te sei­en erschlos­sen und als Gewer­be­ge­bie­te aus­ge­wie­sen wor­den – neu auf der grü­nen Wie­se oder in ehe­ma­li­gen Indus­trie­area­len aus der DDR-Zeit.

Mit­tel­stand und Gewer­be brau­chen ande­re Impulse

Das BSW stimmt der grund­sätz­li­chen Kri­tik zu, dass "eine gan­ze Rei­he die­ser Ansied­lun­gen wenig bis gar nicht voll­stän­dig bewirt­schaf­tet" wer­de, man müs­se "sich nur ein­mal die Gewer­be­ge­bie­te ent­lang der A9 anse­hen." Doch die Argu­men­ta­ti­on, dass man mit Rüs­tung Wert­schöp­fung betrei­ben kön­ne und neue Arbeits­plät­ze schaf­fe, sei "mehr als faden­schei­nig". Es wer­de "Geld für Din­ge ver­wen­det, die kei­ner­lei nach­hal­ti­gen Wert für die Gesell­schaft haben". Zudem feh­le es vor allem im Osten an der Bereit­schaft, Geld in die Rüs­tung zu investieren.

Nach Ansicht des BSW könn­te ein regio­na­ler Auf­schwung für Hand­wer­ker und Betrie­be durch die Bereit­stel­lung der nöti­gen Mit­tel für die drin­gen­de Sanie­rung von Schu­len, Stra­ßen und Infra­struk­tur ziel­füh­rend ange­kur­belt wer­den. "So lie­ße sich ein zir­ku­lie­ren­der Fluss der bereit­ge­stell­ten Mit­tel gene­rie­ren." Die Frei­en Wäh­ler aber woll­ten statt des­sen "der Kriegs­ma­schi­ne­rie einen neu­en Hafen bauen."

Am 26. Febru­ar lädt der Kreis­ver­band des BSW um 18 Uhr im Volks­park zu einer poli­ti­schen Jah­res­auf­takt­ver­an­stal­tung ein. Ange­kün­digt sind Gene­ral­se­kre­tär Oli­ver Ruh­nert, Lan­des­chef Tho­mas Schul­ze sowie die Hal­len­se­rin Dr. Clau­dia Wit­tig als Mit­glied im Bundesvorstand.

Foto oben: Trans­port von Rüs­tungs­gü­tern am Haupt­bahn­hof Halle

 

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