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Wolf und Biber gehö­ren ins Jagd­recht

Wolfs­risse und Wolfs­mo­ni­to­ring sind Schwer­punkt­the­men unse­rer gedruck­ten Janu­ar­aus­gabe. Auf Anfrage erreichte uns dazu eine Stel­lung­nahme der Arbeits­ge­mein­schaft der Jagd­ge­nos­sen­schaf­ten und Eigen­jagd­be­sit­zer in Sach­sen-Anhalt, die hier unver­än­dert wie­der­ge­ge­ben wer­den soll.

Regu­lie­rung für Wolf, Luchs und Biber

Die Jagd­ge­setz­ge­bung hat in unse­rer Bun­des­re­pu­blik eine respek­ta­ble Geschichte. Wir müs­sen immer wie­der beto­nen, dass Jagd­recht Eigen­tums­recht ist und die Grund­lage für Mini­mie­rung der Wild­schä­den und für die Hege eines arten­rei­chen Wild­be­stan­des. Gegen­wär­tig gibt es doch einige Pro­bleme, die den Jagd­ver­bän­den und den Arbeits­ge­mein­schaf­ten der Jagd­ge­nos­sen­schaf­ten und Eigen­jagd­be­sit­zer Sorge berei­ten. Durch die fort­schrei­tende Urba­ni­sie­rung wird der länd­li­che Raum von vie­len Mit­be­woh­nern sehr kri­ti­sch betrach­tet und teil­weise auch die Jagd infrage gestellt.

Unsere Arbeits­ge­mein­schaft hat sich immer zu einer gro­ßen bio­lo­gi­schen Viel­falt in den Jagd­ge­bie­ten – ob Wald oder Feld – bekannt. Durch die Ver­än­de­rung der Land­be­wirt­schaf­tung (weni­ger Kul­tu­ren und grö­ßere Schläge) haben sich teil­weise die Wild­be­stände erhöht und die Schä­den haben zuge­nom­men. Hase, Fasan und Reb­huhn z.B. haben rapide abge­nom­men. Dem­ge­gen­über steht eine unge­steu­erte Aus­brei­tung z.B. der Wasch­bä­ren, wel­che enorme Schä­den u.a. in der Sing­vo­gel­po­pu­la­tion anrich­ten. Die Ein­bür­ge­rung ist total aus dem Ruder gelau­fen.

Bio­di­ver­si­tät muss kon­trol­liert wer­den

Unver­ständ­nis herrscht in den Jagd­ge­nos­sen­schaf­ten und der Jäger­schaft über die unkon­trol­lierte Aus­brei­tung des Wol­fes, des Luch­ses und der Biber. Bio­di­ver­si­tät ja, aber in unse­rer zivi­li­sier­ten Gesell­schaft nicht unkon­trol­liert und ver­bun­den mit hohen Schä­den für die Land­nut­zer.

Die Eupho­rie, die bei den poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­gern und Umwelt­ver­bän­den bei der Wie­der­an­sied­lung des Wol­fes vor­herrscht, ist nicht nach­zu­voll­zie­hen. Wer meint, dass Deutsch­land 440 Wolfs­ru­del ver­trägt und Mil­lio­nen­be­träge für ein Wolfs­mo­ni­to­ring bzw. Kom­pe­tenz­zen­tren aus­gibt, han­delt ver­ant­wor­tungs­los, nicht nur gegen­über den Wei­de­tier­hal­tern son­dern auch der Bevöl­ke­rung im länd­li­chen Raum. Der Wolf ist euro­pa­weit nicht vom Aus­ster­ben bedroht und muss durch geeig­nete Jagd- und Fang­me­tho­den regu­liert wer­den. Sach­sen-Anhalt ist die vie­härmste Region Deutsch­lands und wir müs­sen all denen dank­bar sein, die noch Schaf- und Rin­der­hal­tung betrei­ben bzw. Gat­ter­wild hal­ten und damit unsere Kul­tur­land­schaft pfle­gen.

Schutz für Wei­de­tiere

Wir sagen es ganz unmiss­ver­ständ­lich: der Wolf gehört ins Jagd­recht und muss auf dünn besie­delte Gebiete, wie z.B. Tage­bau­stand­orte und Trup­pen­übungs­plätze zurück­ge­drängt wer­den. Wer von einer Erfolgs­ge­schichte bei der Wie­der­an­sied­lung des Wol­fes spricht, muss sich auch der Kon­se­quen­zen bewusst sein, die die unge­hin­derte Aus­brei­tung nach sich zieht. Für die Wei­de­tier­hal­ter ist es eine Zumu­tung, sich anhö­ren zu müs­sen, dass nicht die Aus­brei­tung des Wol­fes das Pro­blem ist, son­dern der Schutz der Schaf- und Rin­der­her­den. In ande­ren euro­päi­schen Mit­glieds­staa­ten wer­den Wölfe bejagt und der Schutz der Wei­de­tiere steht im Mit­tel­punkt.

Die unkon­trol­lierte Aus­brei­tung des Luch­ses wird auch ver­hee­rende Fol­gen haben. So waren für die Harz­re­gion in Nie­der­sach­sen und Sach­sen-Anhalt 30 Luchse kon­zi­piert – 90 bis 100 Tiere wer­den inzwi­schen schon vom Luchs­be­auf­trag­ten zuge­ge­ben, wäh­rend kom­pe­tente Ver­tre­ter der Jäger­schaft von min­des­tens 150 Tie­ren spre­chen.

Das nächste Bei­spiel ist der rigo­rose Schutz der Biber. Auch hier gerät die Popu­la­tion außer Kon­trolle und die Schä­den in gewäs­ser­na­hen Gebie­ten sind durch Kom­mu­nen, Wald­be­sit­zer und Land­wirte kaum noch zu regu­lie­ren.

Auch Hase, Fasan und Reb­huhn haben Rechte

Kon­trol­lierte Ein­griffe in Wild­be­stände haben sich immer bewährt und blei­ben auch in Zukunft ein pro­ba­tes Mit­tel bei der Redu­zie­rung der Wild­schä­den, der Siche­rung der Arten­viel­falt und dem Erhalt unse­rer Kul­tur­land­schaft.

Wir sagen auch ganz deut­lich, dass die immen­sen finan­zi­el­len Mit­tel, die zur Siche­rung die­ser Arten aus­ge­ge­ben wer­den nicht zu ver­ant­wor­ten sind. Bio­top­ge­stal­tung für Hase, Fasan und Reb­huhn müsste im Vor­der­grund ste­hen, weil dadurch Bio­di­ver­si­tät in Flora und Fauna in unse­rer inter­es­san­ten Kul­tur­land­schaft gesi­chert wer­den kann.

Hal­ber­stadt, 27. Januar 2017

http://www.ag-jagd-sachsen-anhalt.de

Vom Anteil des Wol­fes an der Mensch­wer­dung des Affen

MZ: Gespräch mit Agrar­ver­bän­den geschei­tert

http://www.lau.sachsen-anhalt.de/naturschutz/arten-und-biotopschutz/wolfsmonitoring/

Bei­trags­bild von Pixabay

3 Kommentare zu “Wolf und Biber gehö­ren ins Jagd­recht

  1. Der Arbeits­kreis Hal­le­sche Auen­wäl­der hat inzwi­schen in einem Offe­nen Brief auch zum Wolfs­schutz Stel­lung genom­men. Nach einem umfang­rei­chen regio­nal- und ide­en­ge­schicht­li­chen Rück­blick stel­len die Auwald­schüt­zer fest:
    In dem Blick­win­kel der oben­ge­nann­ten Aus­gangs­si­tua­tion betrach­tet, erscheint der Offene Brief von 18 land- und forst­wirt­schaft­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen als schwer nach­voll­zieh­bar und unver­ant­wort­lich. Mit kei­ner Silbe set­zen sich die Unter­zeich­ner des Offe­nen Brie­fes vom 13.01.2017 mit den oben­ge­nann­ten Fak­ten, Tat­sa­chen und Lösungs­an­sät­zen aus­ein­an­der. Statt­des­sen beklagt man popu­lis­ti­sch zu viel Umwelt-, Natur- und Land­schafts­schutz, erklärt Wolf, Biber und Luchs zu Pro­blem­tie­ren sowie unter­stellt der Lan­des­re­gie­rung wahr­heits­wid­rig Natur­schutz­or­ga­ni­sa­tio­nen zu begüns­ti­gen …“
    Kom­plett nach­zu­le­sen unter
    http://www.aha-halle.de/aha-sorgt-sich-um-zukunft-des-laendlichen-raums-im-land-sachsen-anhalt/

  2. Wich­tig ist zuerst ein durch­dach­ter und geplan­ter Land­schafts- und Arten­schutz, gerade durch forst­wirt­schaft­li­che und jagd­li­che Hege. Karl Marx schrieb im Jahre 1867: «Eine Spinne ver­rich­tet Ope­ra­tio­nen, die denen des Webers ähneln, und eine Biene beschämt durch den Bau ihrer Wachs­zelle man­chen mensch­li­chen Bau­meis­ter. Was aber von vorn­her­ein den schlech­tes­ten Bau­meis­ter vor der bes­ten Biene aus­zeich­net, ist, dass er die Zelle in sei­nem Kopf gebaut hat, bevor er sie in Wachs baut.»

  3. Wir soll­ten nicht ver­ges­sen, dass es wich­ti­ge­res gibt als Eigen­tums­rechte – als das Recht zu erschie­ßen, was bei der Ver­wer­tung des Eigen­tums­rech­tes stört.

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