brachwitz

Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren für A 143 star­tet neu

Am 4. August 2016 wurde das bun­des­deut­sche Was­ser­haus­halts­ge­setz zum (vor­erst) letz­ten Mal geän­dert. Dabei ging es um die Har­mo­ni­sie­rung mit euro­päi­schen Rah­men-Richt­li­nien, auch nach­ran­gige Gesetze und Bestim­mun­gen wur­den gering­fü­gig geän­dert – an sich nichts auf­re­gen­des. Doch weil bei noch nicht abge­schlos­se­nen bau­recht­li­chen Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren jeweils die neu­es­ten Gesetz­lich­kei­ten zu beach­ten sind, muss nun der Plan­fest­stel­lungs­be­schluss zur Auto­bahn A 143 (West­um­fah­rung Halle) noch ein­mal neu erstellt wer­den, zum vier­ten Mal.

Kon­kret geht es um die Unter­su­chung von Aus­wir­kun­gen des Auto­bahn­baus auf Ober­flä­chen­ge­wäs­ser und das Grund­was­ser. Die DEGES (Deut­sche Ein­heit Fern­stra­ßen­pla­nungs- und -bau GmbH), das Lan­des­ver­wal­tungs­amt und ein beauf­trag­tes Inge­nieur­büro arbei­ten mit Hoch­druck daran, die erfor­der­li­chen Unter­la­gen bis Mitte März 2017 vor­le­gen zu kön­nen. Vor­aus­sicht­lich ab 20. März 2017 sol­len die Pla­nungs­un­ter­la­gen einen Monat lang in den Gemein­den Salz­a­tal, Teut­schent­hal, Wet­tin, Löb­e­jün und Peters­berg zur all­ge­mei­nen Ein­sicht aus­ge­legt wer­den.

Erheb­li­che Mehr­ar­beit

Was­ser­tech­ni­sch sind kaum Ände­run­gen gegen­über dem drit­ten Ent­wurf zu erwar­ten, der auf 300 m ver­län­gerte Tun­nel bei Fried­richs­schwerz ist schon ein­ge­ar­bei­tet, ebenso das ver­bes­serte Abluft-Manage­ment. Erheb­li­che Mehr­ar­beit kommt trotz­dem auf die 50 Ein­wen­der und die Auto­ren der Sam­me­l­ein­wen­dung zu, die alle Unter­la­gen neu lesen und Ände­run­gen in ihren Tex­ten berück­sich­ti­gen müs­sen. Ein Erör­te­rungs­ter­min wird im Spät­herbst erwar­tet, ein geneh­mig­ter Plan­fest­stel­lungs­be­schluss soll zum Jah­res­ende vor­lie­gen. Dann wäre da noch die EU-Kom­mis­sion, die auf der aus­rei­chen­den Prü­fung von Alter­na­tiv­tras­sen für die A 143 besteht. Und nicht zuletzt darf wie­der geklagt wer­den, BI Saa­l­etal und NABU sind kämp­fe­ri­sch wie eh und je, viel­leicht fin­det dann auch der BUND zu alter Stärke zurück?

MZ: Die unend­li­che Geschichte mit der A 143

Ein Kommentar zu “Plan­fest­stel­lungs­ver­fah­ren für A 143 star­tet neu

  1. Der Arbeits­kreis Hal­le­sche Auen­wäl­der zu Halle (Saale) e.V. (AHA) sieht in einer Pres­se­er­klä­rung in den gegen­wär­ti­gen Pla­nun­gen zu den Bau­vor­ha­ben West­um­fah­rung Halle/BAB 143 sowie L159n eine rie­sige öko­lo­gi­sche, land­schaft­li­che und sied­lungs­po­li­ti­sche, aber auch recht­li­che Mogel­pa­ckung.
    Die Ein­pla­nun­gen von soge­nann­ten Grün­brü­cken, ver­län­ger­ten Tun­neln sowie neuen und räum­lich ver­scho­be­nen Wäl­len ändern nichts daran, dass die erneut der Öffent­lich­keit vor­ge­leg­ten Pla­nun­gen ein­deu­tig den vom Natur­schutz­bund (NABU) beim Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt erstrit­te­nen vor­läu­fi­gen Stopp des Bau­vor­ha­bens West­um­fah­rung Halle/BAB 143 unter­lau­fen … Mit dem weit­ge­hen­dem Bei­be­hal­ten der bis­he­ri­gen Tras­sen­füh­rung bekräf­tigt die DEGES dar­über hin­aus, dass es keine Alter­na­tiv­pla­nung gibt, wel­che nicht zur Schä­di­gung bzw. Ver­nich­tung von gro­ßen Tei­len öko­lo­gi­sch bedeut­sa­men und schüt­zens­wer­ten Natur- und Land­schafts­be­stand­tei­len führt …
    Im unmit­tel­ba­ren Umfeld befin­den sich in 2 km Umkreis 2 Land­schafts­schutz­ge­biete, 5 Natur­schutz­ge­biete, 23 flä­chen­hafte Natur­denk­male und 4 geschützte Land­schafts­be­stand­tei­len, 2 Fauna-Flora-Habi­tat (FFH)-Gebiete. Umwelt­ver­bände und –ver­eine haben immer wie­der auf ver­kehrs­tech­ni­sche Alter­na­ti­ven hin­ge­wie­sen: Im Wes­ten die B 86/B 180 und die B 180 im Raum San­ger­hau­sen bzw. Eis­le­ben, die zusam­men mit den geplan­ten und bereits gebau­ten Orts­um­ge­hun­gen eine Ver­bin­dung zwi­schen der BAB 38 und der BAB 14 bie­ten. Wäh­rend im Süden und Osten die BAB 9 über die Anschluss­stelle Pei­ßen eine Umge­hung der Stadt Halle (Saale) dar­stellt. Der AHA ver­weist auf wei­ter stei­gende Bau­kos­ten. Ins­ge­samt gese­hen ist eine arten- und struk­tur­rei­che Kul­tur­land­schaft mit Schutz­ge­bie­ten natio­na­ler, euro­päi­scher und inter­na­tio­na­ler Kate­go­rien in ihrem Zusam­men­hang bedroht, wel­che zudem uraltes Sied­lungs- und Nah­erho­lungs­ge­biet des Men­schen ist.
    Das ange­dachte Auto­bahn­vor­ha­ben ver­stößt zudem ein­deu­tig gegen das Recht der Euro­päi­schen Union, wel­che gebets­müh­len­ar­tig durch alle mög­li­chen Bun­des- und Lan­des­po­li­ti­ker geprie­sen wird. Die Stadt Halle (Saale) kann fer­ner ihren Bei­trag dahin­ge­hend leis­ten, indem sie Ein­schrän­kun­gen bezüg­lich des Durch­gangs­ver­kehrs trifft. Der AHA for­dert daher ein mas­si­ves Umden­ken in der Ver­kehrs-, Umwelt-, Natur­schutz- und Finanz­po­li­tik, um der­ar­tige Ver­kehrs­pro­jekte nicht wei­ter fort­zu­set­zen und räum­lich aus­zu­deh­nen. Die Ein­woh­ner­zahl des Lan­des Sach­sen-Anhalt sinkt immer noch, die Ein­woh­ner­zahl der Stadt Halle (Saale) steigt nur gering­fü­gig. Aus den oben genann­ten Grün­den for­dert der Arbeits­kreis Hal­le­sche Auen­wäl­der zu Halle (Saale) e.V. (AHA) erneut mit aller Deut­lich­keit und Dring­lich­keit die­ses kos­ten­in­ten­sive, land­schafts-, natur- und sied­lungs­feind­li­che BAB 143-Pro­jekt end­gül­tig zu den Akten zu legen. (leicht gekürzt)

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