Eine Brü­cke ohne Pfei­ler - Nach zwan­zig Jah­ren muss die Brü­cke/­Most-Stif­tung auf­ge­ben

Ganz Euro­pa fragt sich, wohin sich Tsche­chi­en nach einem poli­ti­schen Erd­be­ben nun ent­wi­ckelt. Aus­ge­rech­net in die­sen Wochen, wäh­rend in Prag eine rechts­po­pu­lis­ti­sche Regie­rungs­al­li­anz geschmie­det wird, sieht sich die für die deutsch-tsche­chi­sche Ver­stän­di­gung unver­zicht­ba­re Brü­cke/­Most-Stif­tung  aus finan­zi­el­len Grün­den gezwun­gen, ihre Arbeit ein­zu­stel­len. Wer­ner Imhof, der mehr  als 15 Jah­re für die Stif­tung arbei­te­te, zieht eine Bilanz und macht Fehl­steue­rung staat­li­cher För­der­po­li­tik für deren trau­ri­ges Ende ver­ant­wort­lich.

Dr. Hel­mut Köser war einer jener west­deut­schen Fach­leu­te, die sich nach der „Wen­de“ 1989 bereit­fan­den, ihre Kom­pe­tenz vor Ort ein­zu­brin­gen, um zu hel­fen, den Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess in den neu­en Bun­des­län­dern auf einen guten Weg zu brin­gen. Der Poli­tik­wis­sen­schaft­ler an der Uni Frei­burg und Exper­te für Kom­mu­nal­ver­wal­tung rief 1990 in Dres­den das „Insti­tut für kom­mu­na­le Pla­nung und Ent­wick­lung“ ins Leben. Wie vie­le West­deut­sche fas­zi­niert von dem fried­li­chen Umbruch muss­te er bald fest­stel­len, dass der Über­gang stei­nig wür­de und die „blü­hen­den Land­schaf­ten“ trotz Mil­li­ar­den­trans­fers von West nach Ost noch weit ent­fernt waren. Kösers Per­spek­ti­ve war indes nicht beschränkt auf die ehe­ma­li­ge DDR. Der „Pra­ger Früh­ling“ 1968, die Sam­te­ne Revo­lu­ti­on unter der cha­ris­ma­ti­schen Füh­rung Václav Havels, zu einem guten Teil aber auch sei­ne Lie­be zur klas­si­schen Musik, zur Lite­ra­tur, zur bil­den­den Kunst hat­ten in ihm gro­ße Sym­pa­thie und Empa­thie für unser Nach­bar­land Tsche­cho­slo­wa­kei geweckt. Hier in Ost­deutsch­land, so sag­te er sich, kommt alles dank der gro­ßen Hil­fe aus dem Wes­ten all­mäh­lich vor­an – aber wer hilft den Tsche­chen und Slo­wa­ken?

Kul­tu­rel­le Bezie­hun­gen gegen Vor­ur­tei­le und his­to­ri­sche Wun­den

Köser hat­te eine Visi­on: Die im Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess gesam­mel­ten Erfah­run­gen müss­te man doch frucht­bar machen kön­nen zum Bau einer Brü­cke von West nach Ost – und umge­kehrt. Und dabei wären nicht in ers­ter Linie poli­ti­sche oder wirt­schaft­li­che Bezie­hun­gen von ent­schei­den­der Bedeu­tung – die ent­wi­ckel­ten sich posi­tiv – son­dern kul­tu­rel­le. Denn vor allem die­se bau­en Vor­ur­tei­le ab, brin­gen die Men­schen beid­seits von Gren­zen ein­an­der näher, stif­ten Ver­ständ­nis, Freund­schaf­ten, gemein­sa­me Pro­jek­te. Aus einer wohl­ha­ben­den nord­deut­schen Ver­le­ger­fa­mi­lie stam­mend, ent­wi­ckel­te er zusam­men mit sei­ner Schwes­ter und dann in der Umset­zung mit eini­gen sei­ner Frei­bur­ger Stu­den­ten, die sich mit ihm in Dres­den enga­giert hat­ten, eine ehr­gei­zi­ge Idee: eine Stif­tung, die den kul­tu­rel­len Aus­tausch zwi­schen Deut­schen und Tsche­chen beför­dern, eine Brü­cke von Frei­burg über Dres­den nach Prag bau­en soll­te. 1997 grün­de­te er die „Brü­cke/­Most-Stif­tung“ – „Most“ ist das tsche­chi­sche Wort für „Brü­cke“. Hel­mut und Ger­trud Köser haben in die­se Stif­tung vie­le Mil­lio­nen Euro ein­ge­bracht. Am Dresd­ner Elb­ufer wur­de eine Jugend­stil­vil­la erwor­ben und auf­wän­dig reno­viert, spä­ter kamen am glei­chen Ort zwei Neu­bau­ten hin­zu, die als Gäs­te­haus mit Hotel­stan­dard sowie als Semi­nar- und Büro­räu­me nutz­bar sind. Durch ein Büro in Prag war die Brü­cke dann 2003 kom­plett.

Ermu­ti­gen­de Pro­jek­te

Logo der Brücke/Most - Stiftung

Logo der Brücke/Most - Stif­tung

Die anfäng­li­che Eupho­rie erhielt bald Dämp­fer. Denn es war eine Fehl­ein­schät­zung, von den Ost­deut­schen zu erwar­ten, nun in ers­ter Linie Brü­cken­bau­er zwi­schen Ost und West sein zu wol­len. Ihre Inter­es­sen waren viel­mehr haupt­säch­lich dar­auf gerich­tet, nun so schnell wie mög­lich Anschluss zu fin­den an den Wes­ten – vor allem wirt­schaft­lich, kul­tu­rell war man ohne­hin durch West­fern­se­hen und -radio auf dem Stand der Din­ge. Die Ein­bin­dung in Ost­mit­tel­eu­ro­pa emp­fand man als durch die unglück­li­che Geschich­te auf­ge­zwun­gen, die Ost­deut­schen waren eher geneigt, sich von die­ser his­to­ri­schen Ein­bin­dung zu distan­zie­ren und sich an West­eu­ro­pa, vor allem an West­deutsch­land zu ori­en­tie­ren. Aus „Wir sind das Volk“ wur­de schnell „Wir sind ein Volk“.

"Man frag­te ein­mal nicht, was Deut­sche und Tsche­chen trennt, son­dern was sie ver­bin­det."

Inso­fern hat­te die Brü­cke/­Most-Stif­tung einen Geburts­feh­ler. Aber das ers­te gro­ße Pro­jekt der Stif­tung war ermu­ti­gend. Nach­dem zwi­schen Deutsch­land und Tsche­chi­en im Janu­ar 1997 müh­sam die deutsch-tsche­chi­sche Ver­söh­nungs­er­klä­rung aus­ge­han­delt wor­den war – jah­re­lang warf man sich gegen­sei­tig die Ver­trei­bung der Sude­ten­deut­schen und die Nazi­be­set­zung um die Ohren – ver­such­te die Brü­cke/­Most-Stif­tung etwas ganz ande­res: Man frag­te ein­mal nicht, was Deut­sche und Tsche­chen trennt, son­dern was sie ver­bin­det. Ergeb­nis war eine Wan­der­aus­stel­lung mit dem der tsche­chi­schen Natio­nal­hym­ne ent­nom­me­nen Titel „Kde domov můj – Wo ist mei­ne Hei­mat?“ Der Befund, erar­bei­tet von einem jun­gen mul­ti­na­tio­na­len Team von Stu­den­ten, war ver­blüf­fend posi­tiv: Der zwei­spra­chi­ge Aus­stel­lungs­ka­ta­log wiegt zwei­ein­halb Kilo.

Kul­tur­ta­ge und Sti­pen­dia­ten­pro­gramm

Das nächs­te gro­ße Pro­jekt waren die Tsche­chi­schen Kul­tur­ta­ge in Dres­den und der Euro­re­gi­on Elbe/Labe. Da waren zunächst sehr dicke Bret­ter zu boh­ren: „Tsche­chi­en? Nu, das inter­es­siert uns jetzt hier nicht so beson­ders…“ Aber wie bei der Wan­der­aus­stel­lung gelang es von Jahr zu Jahr bes­ser, ein­ge­schla­fe­ne grenz­über­schrei­ten­de Kon­tak­te auf­zu­fri­schen und dar­an anzu­knüp­fen, und so ent­stand ein Kul­tur­fes­ti­val, das 2017 zum 19. Mal statt­fin­det, inzwi­schen Hun­dert­tau­sen­de Inter­es­sier­te ange­zo­gen hat, zum fes­ten Kul­tur­pro­gramm der Regi­on gehört, und nach dem Stand der Din­ge auch die Brü­cke/­Most-Stif­tung über­le­ben wird.

In Koope­ra­ti­on mit dem Deut­schen Aka­de­mi­schen Aus­tausch­dienst initi­ier­te die Stif­tung ein Sti­pen­di­en­pro­gramm. Es unter­stützt tsche­chi­sche und slo­wa­ki­sche Student/innen an der renom­mier­ten Dresd­ner Hoch­schu­le für Musik „Carl Maria von Weber“, die sich das Stu­di­um dort aus eige­nen Mit­teln nicht wür­den leis­ten kön­nen. Dar­aus her­vor­ge­gan­gen sind bemer­kens­wer­te Musi­ker­in­nern und Musi­ker. Eine der ers­ten Sti­pen­dia­tin­nen, Lucie Ceral­o­vá, ist inzwi­schen eine erfolg­rei­che Opern­sän­ge­rin, die unter ande­rem in der Dresd­ner Sem­per­oper auf­tritt.

Arbeit mit Zeit­zeu­gen der Geschich­te

Ein wich­ti­ges Vor­ha­ben waren dann ab 2001 Zeit­zeu­gen­ge­sprä­che mit tsche­chi­schen Holo­caust-Über­le­ben­den, aber auch Zeit­zeu­gen der Zwangs­ar­beit unter dem NS-Regime, Ver­trie­be­nen, Sta­si-Opfern, Dis­si­den­ten und schließ­lich fried­li­chen Revo­lu­tio­nä­ren 1989 beid­seits der Gren­ze. Die Oral-Histo­ry-Pro­jek­te wur­den his­to­risch und didak­tisch durch Leh­rer­fort­bil­dun­gen und Semi­na­re für deut­sche und tsche­chi­sche Schü­le­rin­nen und Schü­ler beglei­tet.

"In die­sen zwei­stün­di­gen Zeit­zeu­gen­be­geg­nun­gen ler­nen die Schü­ler mehr über ihr Nach­bar­land Tsche­chien als in ihrer gesam­te übri­gen Schul­zeit!"

Im Jahr 2004 wur­de die Zeit­zeu­gen­ar­beit der Brü­cke/­Most-Stif­tung im Georg-Eckert-Insti­tut in Braun­schweig vor der Deutsch-Tsche­chi­schen Schul­buch­kom­mis­si­on prä­sen­tiert. Prof. Man­fred Alex­an­der, damals Lei­ter der Kom­mis­si­on kom­men­tier­te: „Es ist voll­kom­men unbe­streit­bar, dass durch die Oral Histo­ry den Schü­le­rin­nen und Schü­lern der Holo­caust auf beson­ders nach­hal­ti­ge Wei­se ver­mit­telt wird. Da haben Sie gro­ße Ver­diens­te. Ein bedeu­ten­der Syn­er­gie-Effekt ist Ihnen viel­leicht gar nicht bewusst: In die­sen zwei­stün­di­gen Zeit­zeu­gen­be­geg­nun­gen ler­nen die Schü­ler mehr über ihr Nach­bar­land Tsche­chi­en als in ihrer gesam­te übri­gen Schul­zeit!“

Rund 750 sol­cher Zeit­zeu­gen­ge­sprä­che fan­den bis 2013 statt. Dabei wur­den in Deutsch­land und Tsche­chi­en etwa 20.000 Schü­le­rin­nen und Schü­ler erreicht. Par­al­lel wur­den unge­zähl­te Ver­an­stal­tun­gen zur poli­tisch-his­to­ri­schen Bil­dung durch­ge­führt: Semi­na­re, Work­shops, Sym­po­si­en und Ver­net­zungs­ta­gun­gen. Jugend­li­che, Lehr­kräf­te, Jour­na­lis­ten, Künst­ler und vie­le ande­re aus Deutsch­land und vie­len ost­mit­tel­eu­ro­päi­schen Län­dern tra­fen sich zu Fort­bil­dun­gen, knüpf­ten Kon­tak­te, ersan­nen neue Pro­jek­te. Im Pra­ger Büro erar­bei­te­te das Team von „Prag­kon­takt“ eine brei­te Palet­te von Ange­bo­ten, um Schul­klas­sen, Jugend- und Erwach­se­nen­grup­pen bei Bil­dungs­fahr­ten nach Prag inhalt­lich zu unter­stüt­zen und Begeg­nun­gen sowie den Aus­tausch mit tsche­chi­schen Grup­pen zu ver­mit­teln und zu mode­rie­ren.

TV Bericht über ein Zeit­zeu­gen­pro­jekt der Stif­tung von 2015

Zins­kri­se und ver­ant­wor­tungs­lo­se För­der­po­li­tik

Im August 2017 konn­te die Brü­cke/­Most-Stif­tung ihr zwan­zig­jäh­ri­ges Bestehen fei­ern. Gleich­zei­tig gab sie bekannt, ihre Tätig­keit zum Jah­res­en­de ein­zu­stel­len. Alle Mit­ar­bei­ter wer­den ent­las­sen. Die Begrün­dung ist nach­voll­zieh­bar, aber nicht aus­rei­chend: Das nied­ri­ge Zins­ni­veau hat­te zur Fol­ge, dass die Erträ­ge aus dem Stif­tungs­ka­pi­tal auf weni­ger als die Hälf­te gesun­ken sind. Jah­re­lang hat Fami­lie Köser dies aus ihrem eige­nen Porte­feuille aus­ge­gli­chen – nun war die Gren­ze erreicht. Aber das ist nicht der eigent­li­che Grund für das trau­ri­ge Ende die­ses ver­dienst­vol­len Pro­jekts.

"Staat­li­che Sub­ven­tio­nen fol­gen einer der Wirt­schaft ent­lehn­ten Logik, die auf Bil­dung, Kul­tur und Sozia­les nicht anwend­bar ist: Ein Pro­jekt soll damit ange­sto­ßen wer­den, bis es auf eige­nen Bei­nen ste­hen kann und Gewin­ne abwirft."

Die staat­li­che För­der­po­li­tik hat das Gedei­hen und den Fort­be­stand der Brü­cke/­Most-Stif­tung ver­hin­dert. Finan­ziert wird nur, was neu und inno­va­tiv ist. Eine Unter­stüt­zung für bewähr­te, erfolg­rei­che Arbeit ist in der Regel nicht vor­ge­se­hen. Staat­li­che Sub­ven­tio­nen fol­gen einer der Wirt­schaft ent­lehn­ten Logik, die auf Bil­dung, Kul­tur und Sozia­les nicht anwend­bar ist: Ein Pro­jekt soll damit ange­sto­ßen wer­den, bis es auf eige­nen Bei­nen ste­hen kann und Gewin­ne abwirft. Richard von Weiz­sä­cker hat dies ein­mal tref­fend beklagt. Sinn­ge­mäß sag­te er: „Ich höre immer: Sub­ven­tio­nen kür­zen, Sub­ven­tio­nen strei­chen! Kin­der­gär­ten, Schu­len, Uni­ver­si­tä­ten, Thea­ter, Muse­en usw. wer­den nur in Aus­nah­me­fäl­len Gewin­ne abwer­fen. Sie brau­chen Sub­ven­tio­nen. Sind sie des­halb sinn­los? Brau­chen wir sie nicht?“

2007 war ein wei­te­res Zeit­zeu­gen­pro­jekt erfolg­reich abge­schlos­sen, ein neu­es kon­zi­piert. Die Zeit­zeu­gen ver­si­cher­ten uni­so­no, wie vor­bild­lich das päd­ago­gi­sche Kon­zept und der Umgang mit ihnen sei und dass sie gern zur wei­te­ren Koope­ra­ti­on bereit­stün­den. Aber bei der Suche nach För­der­mit­teln, um das neue Pro­jekt zu ver­wirk­li­chen, hagel­te es Absa­gen. Die Stif­tung wand­te sich an alle mög­li­chen Insti­tu­tio­nen – Kir­chen, Stif­tun­gen, Lan­des- und Bun­des­re­gie­rung. Über­all ver­si­cher­te man, wie wert­voll ihr Wir­ken sei – aber För­der­mit­tel? Lei­der nein.

Tret­müh­le Pro­jekt­för­de­rung

2007 rief schließ­lich sogar eine per­sön­li­che Refe­ren­tin von Ange­la Mer­kel an. Sie ver­si­cher­te: „Frau Mer­kel will das!“ Auf die Fra­ge: „Kön­nen wir mit einer finan­zi­el­len Unter­stüt­zung rech­nen?“ war die Ant­wort: „Wen­den Sie sich doch bit­te an den Deutsch-Tsche­chi­schen Zukunfts­fonds!“ Der hat­te alle vor­he­ri­gen Pro­jek­te mit­ge­för­dert und sei­ne Unter­stüt­zung längst zuge­sagt – aber er konn­te nur einen Bruch­teil der Kos­ten tra­gen. Die immer wie­der not­wen­di­ge, schwie­ri­ge Suche nach jeweils neu­en För­der­mög­lich­kei­ten für bewähr­te Pro­jek­te, deren auf­wän­di­ge und zeit­rau­ben­de Bean­tra­gung, Doku­men­ta­ti­on und Abrech­nung hat viel­fach 70 Pro­zent der Arbeits­zeit des Brü­cke/­Most-Teams in Anspruch genom­men – für die eigent­li­che Pro­jekt­ar­beit blieb nicht ein­mal ein Drit­tel. Trotz­dem wur­den die Pro­jekt­zie­le sowohl qua­li­ta­tiv wie quan­ti­ta­tiv oft weit über­trof­fen – zu dem Preis tau­sen­der unbe­zahl­ter Über­stun­den des hoch moti­vier­ten Teams. Bur­nouts waren die trau­ri­ge Fol­ge. Was wäre mög­lich gewe­sen, wenn eine insti­tu­tio­nel­le För­de­rung die­se Arbeit ver­ein­facht und effek­ti­viert hät­te!

Dr. Hel­mut Köser und eini­ge sei­ner Mit­strei­ter haben zahl­rei­che Aus­zeich­nun­gen oder Nomi­nie­run­gen dazu erhal­ten – bis hin zu Hono­rar­pro­fes­sur und Bun­des­ver­dienst­kreuz. Man hät­te auf die­se Aus­zeich­nun­gen gern ver­zich­tet, wenn statt­des­sen die Stif­tung vom Frei­staat Sach­sen oder von der Bun­des­re­gie­rung eine insti­tu­tio­nel­le För­de­rung erhal­ten hät­te. Die Stif­tung hat wich­ti­ge Bil­dungs­auf­ga­ben und wert­vol­le Ver­net­zungs- sowie zwi­schen­staat­li­che Ver­stän­di­gungs­auf­ga­ben über­nom­men, die weder von Schu­len noch von ande­ren staat­lich ali­men­tier­ten Insti­tu­tio­nen ange­bo­ten wer­den konn­ten. Nur eine von zahl­lo­sen Stim­men, die die­sen trau­ri­gen Aus­gang kom­men­tier­ten:

„Ich schät­ze den lang­jäh­ri­gen, kon­ti­nu­ier­li­chen Bei­trag der Brü­cke/­Most-Stif­tung zur Ent­wick­lung, zum Aus­bau und zur Pfle­ge der deutsch-tsche­chi­schen Bezie­hun­gen, ins­be­son­de­re im Bereich des Kul­tur- und Jugend­aus­tauschs, außer­or­dent­lich. Durch das uner­müd­li­che Enga­ge­ment ihres Stif­ters, Prof. Köser und ihrer hoch­qua­li­fi­zier­ten Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­tern ist es der Brü­cke/­Most-Stif­tung gelun­gen, Leucht­turm­pro­jek­ten wie die Deutsch-tsche­chi­schen Kul­tur­ta­gen oder Prag­kon­takt ins Leben zu rufen. Die Brü­cke/­Most-Stif­tung hat sich dadurch zu einer wert­vol­len Dreh­schei­be und einer unent­behr­li­chen Anlauf­stel­le für zahl­rei­che Akteu­re aus dem deutsch-tsche­chi­schen Aus­tausch eta­bliert. Als sol­che hat der Zukunfts­fonds die Stif­tung und ihre Pro­jek­te kon­ti­nu­ier­lich unter­stützt und hat auch jetzt sei­ne Hil­fe ange­bo­ten. Mit Bedau­ern neh­men wir die finan­zi­el­le Not­la­ge der Brü­cke/­Most-Stif­tung zur Kennt­nis. Wir begrü­ßen die Schrit­te der Stif­tung, die zu ihrem Erhalt füh­ren und die Been­di­gung des ope­ra­ti­ven Geschäfts ver­hin­dern und appel­lie­ren an die Ent­schei­dungs­trä­ger auf bei­den Sei­ten der Gren­ze, Mög­lich­kei­ten zur Wei­ter­fi­nan­zie­rung der Tätig­keit der Brü­cke/­Most-Stif­tung zu fin­den. In einer Zeit, in der die Debat­te um gemein­sa­me euro­päi­sche Wer­te erneut an Aktua­li­tät gewon­nen hat, ist ein Schlüs­sel­ak­teur wie die Brü­cke/­Most-Stif­tung, der Tag für Tag aufs Neue nicht nur Sta­bi­li­tät und Kon­ti­nui­tät in der deutsch-tsche­chi­schen Zusam­men­ar­beit gewähr­leis­tet, son­dern auch das Funk­tio­nie­ren euro­päi­scher Inte­gra­ti­on im Klei­nen unter Beweis stellt, unver­zicht­bar.“

Dr. Tomáš Jeli­nek, Geschäfts­füh­rer des Deutsch-Tsche­chi­schen Zukunfts­fonds

 

Ange­la Mer­kel hat sich nicht dazu geäu­ßert.

 

Wer­ner Imhof

 








 
 

 

 

Kommentar verfassen