Wir haben es satt - Demo 2017 für eine nachhaltige Agrarwende

Ber­lin: 18.000 Men­schen demons­trier­ten für Agrar­wen­de

Par­al­lel zur Grü­nen Woche demons­trier­ten im Ber­li­ner Regie­rungs­vier­tel erneut weit mehr als zehn­tau­send Men­schen für eine Agrar­wen­de zu einer umwelt­ver­träg­li­chen Land­wirt­schaft. Ein Zug von 130 Trak­to­ren aus ganz Deutsch­land führ­te die 'Wir haben es satt' - Demo an, die sich in die­sem Jahr unter dem Mot­to „Agrar­kon­zer­ne, Fin­ger weg von unse­rem Essen!“ Gehör ver­schaff­te.

Zuvor hat­ten am Mor­gen des 21. Janu­ar sowohl öko­lo­gi­sche als auch her­kömm­li­che Bau­ern­be­trie­be einen For­de­rungs­ka­ta­log in Form eines Neun-Punk­te-Plans an Bun­des­land­wirt­schafts­mi­nis­ter Chris­ti­an Schmidt über­reicht.

Kri­tik an Agrar­in­dus­trie, Sub­ven­tio­nen und Dum­ping-Expor­ten

Jochen Fritz, Spre­cher des Bünd­nis­ses „Wir haben es satt!“ for­der­te einen Rück­bau der Sub­ven­tio­nen für die Agrar­in­dus­trie und die Schaf­fung von Anrei­zen art­ge­rech­te und  umwelt­scho­nen­de Wirt­schafts­wei­sen in der Land­wirt­schaft. Der Ein­satz von Pes­ti­zi­den und Anti­bio­ti­ka sol­le zurück­ge­fah­ren  und das Bau­ern­hofster­ben auf­ge­hal­ten wer­den.

Durch ihre über­mä­ßi­ge Fleisch­pro­duk­ti­on belas­te der deut­sche Agrar­sek­tor zu dem Umwelt und Kli­ma. Durch Dum­ping­ex­por­te wür­den außer dem klein­bäu­er­li­che Struk­tu­ren auf der gan­zen Welt ver­nich­tet.

Feind­li­che Über­nah­me länd­li­cher Res­sour­cen

Mehr als 100 Orga­ni­sa­tio­nen aus Land­wirt­schaft, Imke­rei, Natur-, Tier- und Ver­brau­cher­schutz, Ent­wick­lungs­or­ga­ni­sa­tio­nen und dem Lebens­mit­tel­hand­werk hat­ten sich in dem Bünd­nis zusam­men­ge­fun­den.

Chris­toph Bautz von "Cam­pact!" benann­te die aktu­el­le glo­ba­le  Fusi­ons­wel­le als Motor nega­ti­ver Ent­wick­lun­gen. "Chem­Chi­na über­nimmt Syn­gen­ta, Dow Che­mi­cal Dupont und zuletzt Bay­er Mon­s­an­to. Das ist nichts ande­res als eine feind­li­che Über­nah­me – unse­rer Böden, unse­res Saat­guts, unse­res Trink­was­sers und unse­res Essens.", so der Geschäfts­füh­rer von Cam­pact.
Die Kar­tell­be­hör­den soll­ten ver­hin­dern, so bautz, dass bäu­er­li­che Betrie­be und Kon­su­men­ten von paten­tier­tem Saat­gut abhän­gig wer­den.

Jung­bäue­rin­nen und -bau­ern for­dern Zugang zu Boden

Vie­le jun­ge Bäue­rin­nen und Bau­ern, die einen Hof grün­den wol­len, fan­den sich an der Spit­ze des Demons­tra­ti­ons­zu­ges und for­mu­lier­ten ihre Pro­ble­me, nutz­ba­ren Boden zu fin­den. „Wir brau­chen drin­gend ein Agrar­struk­tur­ge­setz, das Land bevor­zugt an jun­ge Bäue­rin­nen und Bau­ern gibt, nicht an Inves­to­ren.", so lie­fen z. Ihnen fehlt aber viel­fach der Zugang zu land­wirt­schaft­lich nutz­ba­rem Boden. Julia Rupp aus Baden-Würt­tem­berg.

Das Bünd­nis beton­te, dass sich der Pro­test nicht gegen kon­ven­tio­nell wirt­schaf­ten­de Land­wir­te, son­dern gegen die Agrar­in­dus­trie rich­te. Gemein­sam wol­le man  den Dia­log zwi­schen Zivil­ge­sell­schaft, kon­ven­tio­nel­len und Öko-Bau­ern sowie Lebens­mit­tel­hand­wer­kern her­stel­len, um gemein­sam Wege für eine bäu­er­li­che Zukunfts­land­wirt­schaft zu fin­den.

 

Quel­le: Cam­pact!

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