Ber­lin: 27000 Men­schen, 150 Trak­to­ren und die zehn­te Demo - Wir haben es satt !

Es ist sind ver­gleichs­wei­se nur weni­ge Men­schen, die sich all­jähr­lich am Bran­den­bur­ger Tor zu Beginn der grü­nen Woche zum Pro­test ver­sam­meln. Wäh­rend sich eine Woche lang 400 000 Besu­cher der grü­nen Woche durch die Ange­bo­te kos­ten, lei­den Bau­ern wei­ter an den nied­ri­gen Prei­sen, Tie­re an den schlech­ten Bedin­gun­gen im Stall und Tie­re in der Natur an den aus­ge­brach­ten Schad­stof­fen. Wäh­rend drin­nen einer von tau­send Sor­ten Honig pro­biert wird, ster­ben drau­ßen Bie­nen völ­ker­wei­se. Wäh­rend die Besu­cher der grü­nen Woche immer neue Life­style-Pro­duk­te erkun­den, ver­ab­schie­den sich drau­ßen eine Insek­ten­art nach der ande­ren.

Die Zusam­men­hän­ge zwi­schen Genuss auf der einen und Leid auf der ande­ren Sei­te wer­den wei­ter ver­drängt. Auch nach zehn Jah­ren Kund­ge­bun­gen und Auf­klä­rungs­ver­su­chen ist kei­ne Ret­tung für die Natur in Sicht.  Die Minis­te­rin für Land­wirt­schaft ver­spricht: Ob BIO oder kon­ven­tio­nell, egal, es wird Hil­fe aus der Poli­tik geben. Das klingt nach wei­te­ren Sub­ven­tio­nen nach dem Prin­zip der wir­kungs­lo­sen Gieß­kan­nen­ver­tei­lung. Poli­tik ohne Ziel und ohne Len­kungs­wir­kung. So ken­nen wir die CDU. War­um soll­te sich in 10 Jah­ren dar­an etwas ändern?

Die Pro­tes­tie­ren­den drau­ßen vor dem Bran­den­bur­ger Tor ernäh­ren sich eher fleisch­arm, vege­ta­risch oder auch vegan. Sie rei­sen mit dem Zug an und ach­ten auf ver­nünf­ti­ge Mobi­li­tät. Sie kau­fen Essen in BIO-Läden und ach­ten selbst dort auf Pro­duk­te von Fir­men, wel­che weit über Stan­dards hin­aus erzeu­gen. Sie ken­nen sich aus mit gefähr­de­ten Pflan­zen- und Tier­ar­ten. Sie lei­den mit unter den täg­li­chen Tier­quä­le­rei­en in den Stäl­len und Ver­suchs­la­bo­re. Sie wis­sen um die Sub­ven­tio­nen, die zu welt­wei­ter Unge­rech­tig­kei­ten füh­ren. Sie beschäf­ti­gen sich mit Ver­nich­tung von Lebens­mit­teln und mit unnö­ti­gen Ver­pa­ckun­gen und Pro­ble­men durch Kunst­stof­fe. Sie ver­mei­den Müll und ver­zich­ten auf Pro­duk­te von Fir­men, wel­che schlech­te Arbeits­be­din­gun­gen dul­den. Und sie ken­nen die Ursa­chen der kapi­ta­lis­ti­schen Unver­nunft, wis­sen um die Pro­ble­me, die der freie Markt mit sich bringt..

Das Wet­ter war für einen Janu­ar­tag mit 5 °C wohl wär­mer als die letz­ten Jahr­hun­der­te. Die Stim­mung hat­te etwas von Ver­bun­den­heit und Hoff­nung. Bau­ern, wel­che trotz aller Pro­ble­me auf Acker­gif­te ver­zich­ten und eine vor­bild­li­che Tier­hal­tung ermög­li­chen, Ver­brau­cher, wel­che die­se Bemü­hun­gen aner­ken­nen durch ihren täg­li­chen Ein­kauf, Umwelt­ver­bän­de, wel­che Ide­en vor­stel­len, ver­blei­ben­de Natur­räu­me zu erhal­ten, Par­tei­en, wel­che die Rah­men­be­din­gun­gen für eine Kreis­lauf­wirt­schaft in net­to haben, Ener­gie­er­zeu­ger, wel­che heu­te schon nach­hal­tig wirt­schaf­ten, und vie­le Men­schen mehr, wer­den jedes Jahr wie­der kom­men, da sie gro­ße Hoff­nun­gen in sich tra­gen. Men­schen, die sich ein­fach küm­mern und nicht auf­ge­ben unse­re schö­ne Welt zu erhal­ten.
Viel­leicht sind Sie eines Tages auch dabei ?

Ein erfolg­rei­ches 2020 wünscht
Stef­fen Neu­bert

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