Trotz Demen­ti ist was im Busch: Pro­tes­tex­kur­si­on gegen Stadt­bahn­pro­gramm 'Stu­fe 3' in Gie­bichen­stein

Auch wenn das Rat­haus kurz vor den Kom­mu­nal­wah­len mit einer eili­gen Pres­se­mit­tei­lung ver­such­te, die bedroh­li­chen Pla­nungs­spie­le in Sachen Stadt­bahn­pro­gramm 'Vor­ha­ben Gie­bichen­stein' her­un­ter­zu­spie­len, sind die Einwohner*innen des baum­rei­chen Stadt­be­zirks alar­miert.  Am 2. Juli tra­fen sie sich gemein­sam mit 'Pro Baum' und AHA zu einer Pro­tes­tex­kur­si­on.  Bei­de Orga­ni­sa­tio­nen haben eine gemein­sa­me Pres­se­mit­tei­lung dazu ver­öf­fent­licht.

Initia­ti­ve „Pro Baum“ und AHA for­dern Schutz und Erhalt der Bäu­me und Park­an­la­gen in Hal­le-Gie­bichen­stein!


Mit fort­ge­setz­ter sehr gro­ßer Sor­ge ver­fol­gen die Initia­ti­ve „Pro Baum“ und der Arbeits­kreis Hal­le­sche Auen­wäl­der zu Hal­le (Saa­le) e.V. (AHA) die weit­ge­hend bis­her der Öffent­lich­keit ent­zo­ge­nen Pla­nun­gen zur Umset­zung der Stu­fe 3 des Stra­ßen­bahn­bahn­pro­gramms in Hal­le-Gie­bichen­stein. Die­se Pla­nun­gen, wel­che offen­sicht­lich schon seit dem Jahr 2011 über­wie­gend in Hin­ter­zim­mern der Stadt Hal­le (Saa­le) und der Stadt­wer­ke Hal­le GmbH ablau­fen, bezwe­cken umfas­sen­de Ver­än­de­run­gen in der Stra­ßen­bahn­füh­rung in der Bern­bur­ger Stra­ße, am Reil­eck, in der Richard-Wag­ner-Stra­ße, am bzw. durch den Rosa-Luxem­burg-Platz, in der Trift­stra­ße, in der Gro­ßen Brun­nen­stra­ße sowie im Kreu­zungs­be­reich Burg­stra­ße, See­be­ner Stra­ße und Fähr­stra­ße. Dabei dro­hen offen­sicht­lich mas­si­ve Umbau­ten, wel­che mit Zer­stö­run­gen in den Grün­be­rei­chen und Gehölz­be­stän­den sowie in der Bau­sub­stanz Gie­bichen­steins ein­her­ge­hen sol­len. Selbst vor Ein­grif­fen im direk­ten Umfeld des Gast­ho­fes Mohr schre­cken die­se Pla­ner nicht zurück.

Gefahr für den Baum- und Strauch­be­stand am Rosa-Luxem­burg-Platz, in der Richard-Wag­ner-Stra­ße und im Kreu­zungs­be­rei­che Burg­stra­ße, See­be­ner Stra­ße und Fähr­stra­ße

Eben­falls besteht die Gefahr für den Baum- und Strauch­be­stand am Rosa-Luxem­burg-Platz, in der Richard-Wag­ner-Stra­ße und in der Nähe des Kreu­zungs­be­rei­ches Burg­stra­ße, See­be­ner Stra­ße und Fähr­stra­ße. Dar­über hin­aus sind die Bäu­me in der Bern­bur­ger Stra­ße mas­siv bedroht. Fer­ner beab­sich­tigt man die Zer­stö­rung der Park­an­la­ge am Rosa-Luxem­burg-Platz, indem man die Stra­ßen­bahn über den Platz und durch die Trift­stra­ße füh­ren möch­te. Es ist zudem damit zu rech­nen, dass dem­nächst irgend­wel­che Gut­ach­ten wie­der ein­mal die The­se auf­stel­len, dass alle mög­li­cher­wei­se zu fäl­len­den Bäu­me tod­krank sind und eine Bedro­hung für die Sicher­heit dar­stel­len. Somit nur die Fäl­lung z.B. der alten Pla­ta­nen, Eschen und Schnur­bäu­me in Fra­ge käme. Das alles läuft natür­lich auf der Basis der Bereit­stel­lung umfas­sen­der öffent­li­cher Gel­der ab, wel­che aus dem Topf der Steu­er­zah­ler stammt.

Neue Dimen­si­on der Ver­nich­tung von inner­städ­ti­schem Grün mög­lich

Offi­zi­el­le Pla­nungs­skiz­ze zum Stadt­bahn­pro­gramm

Die­se Pla­nun­gen sowie die Art und Wei­se des Umgan­ges mit kri­ti­schen Mei­nun­gen zei­gen auf, dass man nichts z.B. aus der weit­ge­hen­den Zer­stö­rung der Park­an­la­ge im Bereich des Stein­to­res gelernt hat, wel­che mit der tota­len Miss­ach­tung der Stel­lung­nah­men von Initia­ti­ve „Pro Baum“ und der Arbeits­kreis Hal­le­sche Auen­wäl­der zu Hal­le (Saa­le) e.V. (AHA) aus den Jah­ren 2012 und 2014 ein­her­gin­gen. Statt­des­sen beab­sich­ti­gen die Pla­ner der Stadt Hal­le (Saa­le) und der Stadt­wer­ke Hal­le GmbH eine neue Dimen­si­on der Ver­nich­tung von Baum- und Strauch­be­stän­den sowie Park­an­la­gen anzu­ge­hen, wel­che dies­mal auch vor Bau­sub­stanz nicht Halt machen soll. Da stört offen­bar die Mei­nung der Bevöl­ke­rung nur.

Die Initia­ti­ve „Pro Baum“ und der Arbeits­kreis Hal­le­sche Auen­wäl­der zu Hal­le (Saa­le) e.V. (AHA) hal­ten anders­lau­ten­de Behaup­tun­gen aus Hal­les Rat­haus für nicht glaub­haft und ver­mu­ten, dass man wei­ter im Gehei­men pla­nen möch­te, um dann die Öffent­lich­keit mehr oder min­der vor voll­ende­te Tat­sa­chen stel­len zu kön­nen. Daher rufen die Initia­ti­ve „Pro Baum“ und der Arbeits­kreis Hal­le­sche Auen­wäl­der zu Hal­le (Saa­le) e.V. (AHA) die Bevöl­ke­rung auf, mas­siv gegen­über dem hal­le­schen Ober­bür­ger­meis­ter und Hal­les Stadträtinnen/Stadträten zu pro­tes­tie­ren, sie zu kla­ren Aus­sa­gen zum Schutz und Erhalt von Umwelt, Natur und Gebäu­de­sub­stanz auf­zu­for­dern sowie auch die Kan­di­da­ten für das Amt des hal­le­schen Ober­bür­ger­meis­ter zu die­sem The­ma zu stel­len. In dem Zusam­men­hang rufen bei­de Orga­ni­sa­tio­nen die Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler auf, auch davon die Ent­schei­dung zu den Wah­len zum hal­le­schen Ober­bür­ger­meis­ter am 13.10.2019 abhän­gig zu machen.

Im Inter­es­se des Schut­zes und Erhal­tes des Grüns und der Bau­sub­stanz in Hal­le-Gie­bichen­stein hat­ten die Initia­ti­ve „Pro Baum“ und der Arbeits­kreis Hal­le­sche Auen­wäl­der zu Hal­le (Saa­le) e.V. (AHA) die Bevöl­ke­rung auf­ge­ru­fen, an einer Pro­tes­tex­kur­si­on am Diens­tag, dem 02.07.2019, teil­zu­neh­men, wel­che um 17.30 Uhr am Ein­gang zum Lan­des­mu­se­um am Rosa-Luxem­burg-Platz begann.

Für Grü­n­er­halt ohne Abstri­che

Nach der Eröff­nung der Pro­tes­tex­kur­si­on durch den Vor­sit­zen­den, erläu­ter­te Rod­ney Tho­mas das Vor­ha­ben, die Gefah­ren des Vor­ha­bens und bis­he­ri­ge Akti­vi­tä­ten. Fer­ner wer­te­te er die unver­ant­wort­lich kurz­fris­tig ange­setz­te Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung der Stadt Hal­le (Saa­le) und der HAVAG am 01.07.2019 zu Pla­nun­gen zur Umset­zung der Stu­fe 3 des Stra­ßen­bahn­bahn­pro­gramms in Hal­le-Gie­bichen­stein. Dabei ver­such­ten die Ver­an­stal­ter die laut Medi­en­be­rich­ten ca. 250 anwe­sen­den Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zu beschwich­ti­gen, indem sie Baum­fäl­lun­gen, Besei­ti­gung von Vor­gär­ten und Abriss von Gebäu­den ver­nein­ten. Ein Groß­teil der anwe­sen­den Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer der Pro­tes­tex­kur­si­on drück­ten ihren Unmut über das Zustan­de­kom­men und die Durch­füh­rung der Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung aus und ver­deut­lich­ten, dass sie den getrof­fe­nen Aus­sa­gen kei­nen Glau­ben schen­ken.

För­der­pro­gram­me an Stadt und Umwelt aus­rich­ten - nicht umge­kehrt

betrof­fe­ne Park­an­la­ge Gro­ße Brun­nen­stra­ße
Foto: Diet­mar Hör­ner

Mit Blick auf den Rosa-Luxem­burg-Platz und den angren­zen­den Stra­ßen beinhal­te­ten alle Wort­mel­dun­gen die drin­gen­de For­de­run­gen das gesam­te Grün, wozu beson­ders prä­gend der Gehölz­be­stand aus Pla­ta­nen, Win­ter­lin­den und Schnur­bäu­men gehö­ren, ohne Abstri­che zu schüt­zen und zu erhal­ten. Selbst­ver­ständ­lich ist eine Sanie­rung des Stra­ßen­bahn­bet­tes drin­gend gebo­ten, aber nicht zum Preis der Zer­stö­rung von Bau­sub­stanz und Grün. Dabei brach­ten die Wort­mel­dun­gen klar die star­ke For­de­rung zum Aus­druck, dass nicht Stadt­tei­le und die Umwelt För­der­pro­gram­men anzu­pas­sen gilt, son­dern umge­kehrt her­an­zu­ge­hen ist.

Im Anschluss dar­an führ­te der Weg der Pro­tes­tex­kur­si­on durch die Richard-Wag­ner-Stra­ße, wel­che durch zahl­rei­che Vor­gär­ten geprägt ist. Im Ver­lauf der Gro­ßen Brun­nen­stra­ße leg­ten die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer der Pro­tes­tex­kur­si­on gro­ßes Augen­merk auf die stra­ßen­na­he Bebau­ung und das angren­zen­de Grün in den Park­an­la­gen der frü­he­ren Fried­hö­fe zwi­schen Frie­den­stra­ße und Gro­ße Brun­nen­stra­ße sowie zwi­schen Frie­den­stra­ße, Gro­ße Brun­nen­stra­ße und Luther­lin­de. Im letz­te­ren Bereich sehen die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer der Pro­tes­tex­kur­si­on min­des­tens 7 gro­ße Eschen bedroht. Abge­se­hen davon, dass die Gefahr besteht, dass Tei­le der Parks Bau­ma­schi­nen zum Opfer fal­len und statt­des­sen Beton und Asphalt die­se Berei­che ver­sie­geln. Die Initia­ti­ve „Pro Baum“ und der AHA ver­wie­sen dar­auf, dass es bereits in den 1980er-Jah­ren ähn­li­che Plä­ne gab. Jedoch haben zahl­rei­che Pro­tes­te und die Akti­vi­tä­ten des dama­li­gen Arbeits­krei­ses Umwelt­schutz Hal­le in der Gesell­schaft für Natur und Umwelt im Kul­tur­bund der DDR Scha­den an Bau­sub­stanz und Grün abwen­den kön­nen.

Sor­gen­kind Luther­lin­de

Luther­lin­de im Jahr 2019
Foto: Diet­mar Hör­ner

Sor­ge berei­te­te den Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer der Pro­tes­tex­kur­si­on zudem der Zustand der Luther­lin­de im Kreu­zungs­be­reich Gro­ße Brun­nen­stra­ße, Frie­den­stra­ße, Trift­stra­ße und Advo­ka­ten­weg. Die Wur­zeln haben das viel zu enge Mau­er­kor­sett gesprengt und die Kro­ne ist geschä­digt. Das sind deut­li­che Fol­gen von Tro­cken­heit sowie man­geln­den Ange­bot von Nähr­stof­fen und Luft in dem ver­fes­tig­ten Boden. Hier ist eine deut­li­che Erwei­te­rung der Baum­schei­be, Ver­sor­gung mit fri­schem und locke­rem Boden sowie Was­ser drin­gend von­nö­ten.

Kei­ne Tram-Stre­cke hin­ter dem Gast­hof "Mohr"!

Im Bereich des Grund­stü­ckes Ecke Burg­stra­ße und Rain­stra­ße erteil­ten zahl­rei­che Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer der Pro­tes­tex­kur­si­on mög­li­chen Plä­nen zwi­schen Hele­ne-Lan­ge-Schu­le, Burg­stra­ße und Fähr­stra­ße einen Tras­sen­ver­lauf für die Stra­ßen­bahn ein­zu­rich­ten, eine kla­re Absa­ge. Dabei ist mit der Zer­stö­rung von zahl­rei­chem Grün zum Bei­spiel im Bereich der Gosen­schän­ke und des im Jahr 1536 erbau­ten Gast­ho­fes „Zum Mohr“ zu rech­nen.

mög­li­che Tram­stre­cke an der Hele­ne-Lan­ge-Schu­le Foto: Diet­mar Hör­ner

Fer­ner droht die voll­stän­di­ge Zer­stö­rung des Parks im Bereich der Fähr­stra­ße, wo bereits der Aus­bau zu einem gigan­ti­schen Park­platz zu mas­si­ven Ein­grif­fen und Schä­di­gun­gen Grün­be­reich geführt hat. Die­ser Park ist ins­be­son­de­re von einem umfas­sen­den wert­vol­len Alt­be­stand der Gemei­nen Esche geprägt. Die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer der Pro­tes­tex­kur­si­on brach­ten klar zum Aus­druck, dass der Park eines mas­si­ven Schut­zes bedarf.

Auf dem Rück­weg zum Treff­punkt am Lan­des­mu­se­um führ­te der Weg durch die Trift­stra­ße. Die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer der Pro­tes­tex­kur­si­on arbei­te­ten her­aus, dass sich die­se Stra­ße nicht für eine ord­nungs­ge­mä­ße Stra­ßen­bahn­ver­bin­dung eig­net, weil eine zwei­glei­si­ge Lini­en­füh­rung nicht mög­lich erscheint und auch hier bau­li­che Ein­grif­fe in die Häu­ser­rei­hen dro­hen. Eine Ver­bes­se­rung für den Stra­ßen­bahn­ver­kehr ist ein­fach nicht zu erken­nen.
Zum Abschluss der Pro­tes­tex­kur­si­on, ver­ein­bar­ten die noch anwe­sen­den Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer sich bes­ser zu ver­net­zen und an dem The­ma dran­zu­blei­ben.

Peti­ti­on zum Erhalt des Baum­be­stands in Gie­bichen­stein

Fer­ner wie­sen die Mit­glie­der von Initia­ti­ve „Pro Baum“ und AHA auf die Mög­lich­keit hin, sich im Rah­men einer Online-Peti­ti­on für den Schutz und Erhalt der Natur und der Gebäu­de­sub­stanz in Hal­le-Gie­bichen­stein ein­zu­set­zen. Die Peti­ti­on ist unter fol­gen­dem Link zu errei­chen:


>> https://www.openpetition.de/petition/online/keine-baumfaellungen-kein-gebaeudeabriss-in-giebichenstein-bernburger-strasse-halle-saale-2


In Aus­wer­tung der Pro­tes­tex­kur­si­on am 02.07.2019 befas­sen sich die Initia­ti­ve „Pro Baum“ im Rah­men ihres 72. Tref­fens am Mon­tag, den 29.07.2019 sowie die nächs­te Mit­glie­der­ver­samm­lung des AHA am Mon­tag, dem 05.08.2019, mit dem The­ma. Die Ver­an­stal­tun­gen begin­nen jeweils 19:00 Uhr und fin­den im Ver­samm­lungs­raum des Reform­hau­ses Hal­le in der Gro­ßen Klaus­stra­ße 11 in 06108 Hal­le (Saa­le) statt.

Dar­über hin­aus hal­ten es bei­de Orga­ni­sa­tio­nen für erfor­der­lich, dass sich Inter­es­sen­ten orga­ni­sie­ren, um das Grün und die Bau­sub­stanz Gie­bichen­steins zu erhal­ten und die Ver­ant­wort­li­chen der Stadt Hal­le (Saa­le) zu wah­rer Demo­kra­tie in Form von Trans­pa­renz, Dia­log und Bür­ger­pla­nung zu bewe­gen.
Aus den oben­ge­nann­ten Grün­den her­aus rufen Initia­ti­ve „Pro Baum“ und AHA wei­ter inter­es­sier­te Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in der Stadt Hal­le (Saa­le) zur akti­ven Mit­wir­kung auf, sich mit ein­zu­brin­gen. Inter­es­sen­ten kön­nen fol­gen­der­ma­ßen zum AHA und zur Initia­ti­ve „Pro Baum“ Kon­takt auf­neh­men:

Arbeits­kreis Hal­le­sche Auen­wäl­der
zu Hal­le (Saa­le) e.V. – (AHA)
Gro­ße Klaus­stra­ße 11

06108 Hal­le (Saa­le)

E-Mail AHA: aha_halle@yahoo.de
Tel.: 0345 – 2002746

Fotos: Diet­mar Hör­ner

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